Der Film vor dem Film: Eine kleine Geschichte der Vorspannsequenz

07.05.2011

Vorspannsequenzen, das sind kunstvolle Minifilme, die oft weit mehr machen, als dem Zuschauer zu zeigen, wer an dem Film mitgewirkt hat, den er oder sie gerade sieht. Aber wie ist diese Tradition überhaupt entstanden?

Saul Bass’ Poster zum Film Vertigo © Alfred J. Hitchcock Trust

Ein James Bond Film ohne sie wäre wohl nicht das selbe: Die Rede ist nicht vom Bond-Girl, sondern von den Vorspannsequenzen. Die wurden vom legendären Maurice Binder gestaltet, der als einer der Meister des Fachs gilt. Binder und sein Kollege Saul Bass gestalteten einige der markantesten Vorspänne der Fünfziger und Sechziger Jahre. Gerade Bass‘ minimalistischer Stil brachte ihm Kultstatus ein und machte die Vorspänne zu Filmen wie Hitchkocks Psycho selbst zu unsterblichen Klassikern.

In der heutigen Zeit jedoch scheint die Kunst des Vorspanns immer mehr verloren zu gehen. Multi-Millionen-Dollar Produktionen verzichten immer öfter auf einen ausgedehnten Vorspann. Stattdessen werden die Namen der Mitwirkenden ans Ende geschoben. Aber daneben gibt es noch eine zweite Bewegung: Manche Regisseure nutzen Vorspannsequenzen gezielt als narratives Mittel um so schon vor dem eigentlichen Filmstart in die Geschichte einzuführen.

Kais Harrabi gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des Vorspanns und die Entwicklungen in der aktuellen Kinolandschaft.