Der virtuelle Pranger: Zwischen Shitstorm und Schweigespirale

07.01.2014

Ein unüberlegter Kommentar im Netz - das kann Folgen haben. So manchen kostet es den Job, andere kommen eher glimpflich mit sozialer Ächtung davon. Über soziale Kontrolle und die Frage, wann sie zum Pranger wird.

Wenn das Internet das echte Leben beeinflusst. Foto: Pro Juventue /flickr.com

Dozent an der Karlshochschule.Patrick BreitenbachDozent an der Karlshochschule. 

Mit einem unüberlegten Kommentar im Netz hat schon so mancher seinen Job verloren – oder wurde zumindest als Hassobjekt an einen virtuellen Pranger gestellt. Solch ein Schicksal hat auch die PR-Beraterin Justine Sacco ereilt. Sie wurde nach einem misslungenen Witz auf Twitter entlassen. Der Shitstorm im Netz hat gewütet und sich auch auf das analoge Leben ausgewirkt.

Verhalten im Internet

Ob soziales Netzwerk oder nicht: zum Opfer möchte drinnen wie draußen niemand werden. Und so hält man im Zweifel lieber den Mund, statt zu laut zu kritisieren – wer weiß, wer wen kennt, der wen kennt…

Über soziale Kontrolle und wie weit diese reicht haben wir mit Patrick Breitenbach gesprochen. Er ist Dozent für „Social Media und New Media Culture“ an der Karlshochschule International University und hat mit seinem Podcast „Soziopod“ den Grimme Online Award 2013 gewonnen.


Dadurch, dass wir unser Leben freiwillig öffentlich machen,[…] haben wir einen gigantischen Prozess der sozialen Kontrolle losgestoßen. – Patrick Breitenbach