Deutscher Buchpreis 2017 | Birgit Müller-Wieland

"Flugschnee"

25.08.2017

Auf der Suche nach sich selbst und ihrer Familiengeschichte trifft Lucy auf ein großes Schweigen. Birgit Müller-Wieland ist mit "Flugschnee" für den Deutschen Buchpreis 2017 nominiert. Hören Sie hier einen Auszug:

Birgit Müller-Wieland - Flugschnee

Flugschnee

Birgit Müller-Wieland

(Otto Müller Verlag, bereits erschienen)

Deutscher Buchpreis

Wer sind die 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2017? Wir stellen täglich einen Roman vor.

Die Autorin: Birgit Müller-Wieland

Birgit-Müller Wieland wird 1962 in Österreich geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik und Psychologie arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Für ihre Gedichte, Prosa und Libretti erhält sie Auszeichnungen wie den Harder Literaturpreis (2000) und den Reinhard-Priessnitz-Preis (2002). Nach einiger Zeit in Berlin lebt sie heute in München, wo sie auch Schreibwerkstätten für Jugendliche leitet. Mit ihrem neuen Roman „Flugschnee“ ist sie zum ersten Mal für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Das Buch: „Flugschnee“

An einem Dezembermorgen im grauen Berlin erwacht Lucy aus einem tiefen Traum. Unbewegt blickt sie an die weiße Decke des Zimmers. Sie hatte wieder einer dieser vielen Träume, in denen sie sich isoliert im weiß-grauen Nichts wiederfindet und sich die Frage stellt: Was macht eine glückliche Familie aus? Wenn sie an ihre eigene denkt, so ist es kein Familienglück, das sie vor Augen hat. Denn eine einheitliche und harmonische Familie gibt es bei ihr nicht.

Ihr Bruder Simon ist verschwunden, auf alten Familienfotos, die sie durchblättert, fehlt stets irgendjemand. Blieb sie sonst all die Morgen apathisch liegen und bewegte sich danach mit einem diffusen Abwesenheitsgefühl durch die Stadt, entschließt sie sich nun aufzustehen, um etwas zu ändern. Dabei führt die Suche zu sich selbst und ihrer Familie durch drei Generationen und mehrere Länder.

Lucy stellt nach und nach schmerzlich fest, dass ein großes Schweigen ihre gesamte Familiengeschichte durchzieht. Nicht nur Gene, sondern auch Verdrängtes und Traumata hat sie geerbt. Und so beginnt ein existenzielles Ringen um die Wahrheiten, die in der Vergangenheit liegen. Denn Dinge, die wir für Erinnerungen halten, sind Gegenwart.

Birgit Müller-Wieland schafft mit „Flugschnee“ einen vielschichtigen Roman, in dem sich die Metapher des Schnees durch das gesamte Werk zieht. Wie eine dünne Schicht bedeckt er alles unter einem scheinbar unschuldigen Weiß.

Einen Auszug, gelesen von Sofia Flesch-Baldin, hören Sie hier:

Birgit Mueller-Wieland_(c) Andrea HuberAuszug aus dem Roman "Flugschnee" von Birgit Müller Wieland.Sprecherin: Sofia Flesch-BaldinFoto: Andrea Huber / Otto Müller Verlag 

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