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Valerie Fritsch ist mit „Herzklappen von Johnson & Johnson“ für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Bild: detektor.fm | Suhrkamp

Deutscher Buchpreis 2020 l Valerie Fritsch

„Herzklappen von Johnson & Johnson“

Valerie Fritsch ist mit ihrem Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“ für den Deutschen Buchpreis nominiert. Wir präsentieren die Hörprobe.

Deutscher Buchpreis

Wer sind die Nominierten für den deutschen Buchpreis 2020? Wir stellen jeden Tag einen Roman vor. Heute: „Herzklappen von Johnson & Johnson“ von Valerie Fritsch.

Die Autorin: Valerie Fritsch

Valerie Fritsch, 1989 in Graz geboren, ist in Graz und Kärnten aufgewachsen. Nach ihrer Reifeprüfung 2007 ist ein Studium an der Akademie für angewandte Fotographie gefolgt. Seitdem ist sie als Fotokünstlerin tätig.

Sie ist Mitglied des Grazer Autorenkollektivs „die plattform“. Veröffentlicht hat sie auch in Literaturmagazinen und Anthologien sowie im Rundfunk. 2015 erschien „Winters Garten“ im Suhrkamp Verlag. Sie lebt in Graz und Wien.

Das Buch: Herzklappen von Johnson & Johnson

Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen, ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Jeden Abend tastet sie das Kind ab, um keine Blessur zu übersehen. Und nichts fürchtet die junge Mutter mehr, als die unsichtbare Verletzung eines Organs, die ohne ein Zeichen bleibt.

Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von Flucht, Hunger und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden.

Und in den Geschichten der Großmutter findet sie eine Erklärung für jene scheinbar grundlosen Gefühle der Schuld, der Ohnmacht und der Verlorenheit, die sie ihr Leben lang begleiten.

Wie wird ein Kind zum Menschen, zu einem mitfühlenden sozialen Wesen, wenn es die Verwundbarkeit nicht kennt? Wenn es nicht versteht, wie sehr etwas wehtun kann? In eindringlichen Bildern erzählt Valerie Fritsch von einem Trauma, das über die Generationen weiterwirkt. Sie lotet die Verletzlichkeit des Menschen aus und fragt nach dem Wesen des Mitgefühls, das unser aller Leben bestimmt.

Gelesen wird „Herklappen von Johnson & Johnson“ von Christian Bollert.


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detektor.fm Wort · Longlist Deutscher Buchpreis 2020

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