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In Dresden wurden am Montagmorgen historisch wertvolle Schmuckstücke aus dem grünen Gewölbe in Dresden gestohlen.
Bild: Juergen Karpinski | AFP

Diamantenraub im Grünen Gewölbe Dresden

Warum fasziniert uns das auch?

Der Diamantenraub aus dem Grünen Gewölbe in Dresden ist wohl einer der spektakulärsten Diebstähle der letzten Jahrzehnte. Der Fall übt eine ungemeine Faszination aus und dominiert sowohl die Presse als auch soziale Medien. Aber wieso faszinieren uns diese Verbrechen überhaupt?

Diamantenraub in Dresden

Es ist dunkel, dann erhellen Taschenlampen den Raum. Ein Mann packt einen Hammer und beginnt, auf eine Vitrine einzuschlagen. Was nach dem Anfang eines Filmes klingt, ist ein Ausschnitt aus dem Überwachungsvideo des Grünen Gewölbes in Dresden.

Unbekannten ist es am Montag gelungen, in das Grüne Gewölbe in Dresden einzudringen und dabei hoch gesichterten Diamantschmuck aus einer historischen Sammlung zu entwenden. Der materielle Wert der Beute wird von Seiten des Museums auf etwa zehn bis 40 Millionen geschätzt, wobei der historisch-symbolische Wert noch einmal deutlich höher liegt.

Um die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, haben sich die Täter einen detaillierten und ausgeklügelten Plan überlegt. Je mehr Details des Überfalls bekannt werden, desto mehr wirkt das Ganze wie der Plot eines neuen „Ocean’s“-Films.

Faszination „Heist Movie“

Die „Ocean’s“-Filmreihe ist allerdings nicht der einzige Film, in dem das Motiv des perfekt geplanten Raubes aufgegriffen wird. Mit Serien und Filmen wie „Reservoir Dogs“, „Baby Driver“ und „Haus des Geldes“ – um mal nur einige aktuellere Beispiele zu nennen – hat sich ein ganzes popkulturelles Genre gebildet: „Heist Movies“, in denen solche perfekt inszenierten Überfälle aus der Täterperspektive erzählt werden.

Deswegen dienen solche Krimis auch in gewisser Weise dem Angstabbau. Weil wir haben im Prinzip Angst vor solchen übersinnlichen Tätern. Aber letztendlich wird dann dieser Täter auch gefasst und dingfest gemacht und der gerechten Strafe zugeführt. – Prof. Borwin Bandelow, Psychiater

Aber wieso übt das „perfekte Verbrechen“ eine solche Faszination auf uns aus? Darüber hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit dem Psychiater Prof. Borwin Bandelow gesprochen. Er gilt in Deutschland als einer der renommiertesten Angstforscher.

Wenn wir zum Beispiel so Filme anschauen, wo dann ein Protagonist dargestellt wird als super intelligenter, perfider Mensch, dann empfinden wir nicht nur Abscheu für diese Täter, sondern auch eine gewisse Bewunderung, dass er eben völlig unmögliche Dinge erreicht.Prof. Borwin Bandelow
Faszination Angst: Grünes Gewölbe 08:05

Redaktion: Jonas Enke

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