Die Causa Armstrong – “Der Radsport ist am Boden”

24.08.2012

Lance Armstrong hat 7 mal die Tour de France gewonnen - und steht seit Jahren unter Dopingverdacht. Bisher wehrte er sich vehement, doch nun scheint er nachzugeben. Er würde alle bisherigen Titel verlieren. Doch wären seine Nachfolger "sauberer"?

Sieben Tour-de-France-Titel müsste Lance Armstrong abgeben, wenn der Weltradsportverband der Anti-Doping-Agency Recht gibt. Foto: © Bettina Bartzen / dapd

Lance Armstrong ist mit sieben Tour-de-France-Titeln einer der erfolgreichsten Radsportler der Welt. Gleichzeitig sind seine Siege noch immer umstritten. Während viele seiner Radfahrerkollegen den Dopingvorwürfen nicht standhalten konnten, stritt Armstrong stets jegliche Anschuldigungen ab.

Prof. Dr. Fritz Sörgelist Pharmakologe und Dopingexperte. 

Dieser Kurs hat sich allerdings geändert, als die Amerikansiche Anti-Doping-Agency (USADA) Anfang Juni 2012 Anklage erhob. Der Grund: die USADA konnte bei Armstrongs Dopingproben Manipulation nachgeweisen.

Armstrong forderte daraufhin zwar, die Anklage fallen zu lassen. Doch will er nun keinen Einspruch mehr erheben. Ein Prozess vor einem Schiedsgericht ist damit ausgeschlossen.

Ein solcher Einspruch wäre theoretisch die einzige Chance gewesen, um einen positiven Ausgang für Armstrong zu erwirken. Nun droht er alle Titel zu verlieren – und andere Fahrer wie der deutsche Jan Ulrich könnten nachträglich Toursieger werden. Doch ist klar: ohne Verdacht sind auch diese Fahrer nicht.

Für Prof. Dr. Fritz Sörgel, Pharmakologe und Dopingexperte, ist klar:

Der Radsport ist am Boden.

Im Interview spricht Prof. Dr. Fritz Sörgel über mögliche Gründe für Armstrongs Rückzug und die Frage, wie sauber potentielle Nachfolger wohl sind.

Armstrong wehrt sich nicht länger - und der Radsport versinkt im Dopingsumpf