Die Kochi-Muziris Biennale
Kunstveranstaltungen wie die Documenta in Kassel oder die Biennale in Venedig zählen zu den renommiertesten Ausstellungen weltweit. Auch Bühnen- und Performance-Festivals wie das Edinburgh Fringe Festival oder gemischte Festivals wie das South by Southwest sind international bekannt. Die Kochi-Muziris Biennale ist dagegen eher ein Geheimtipp unter Kunstkennern. Dabei ist sie die größte Kunstausstellung in Indien. Und Asiens größtes Festival für zeitgenössische Kunst. Seit 2010 gibt es das Festival. Für Elke Buhr ist die Kochi-Muziris Biennale eine der Ausstellungen des Jahres 2018.
In Venedig stehen die Galeristen schon neben der Werken und warten, dass der Sammler kommt. Und das ist in Kochi überhaupt nicht so. Sondern da geht es wirklich um die Inhalte. – Elke Buhr, Chefredakteurin bei Monopol
Ein Ort für Neuentdeckungen
Im Dezember hat die Biennale zum vierten Mal begonnen. Sie geht noch bis März 2019. Etwa die Hälfte der Künstler sind Inder. Auch der Rest der Aussteller ist selten westlich orientiert. So kann man auf der Kochi-Muziris Biennale viele neue Künstler entdecken.
Laut Elke Buhr hat die Kuratorin Anita Dube die Balance gefunden zwischen Festival-Flair und subversivem Potential. Viele Performances und Vorträge richten sich gegen die Unterdrückung von Minderheiten durch nationalistischen oder religiösen Fanatismus. Außerdem thematisiert das Festival den Veranstaltungsort selbst. Dessen Kolonialvergangenheit spielt eine große Rolle.
Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Erll erklärt Elke Buhr, warum die Kochi-Muziris Biennale so wichtig ist. Dabei nennt sie auch ihre persönlichen Highlights. Außerdem gibt es einen Veranstaltungstipp, für den man nicht zwangsläufig ins Flugzeug nach Indien steigen muss.