Die ungelöste Frage des Monats: Epigenetik – was bestimmen Gene und was die Umwelt?

01.08.2011

Was bestimmen unsere Gene, und was die Umwelt? Warum wird die eine Biene zur Königin, und die andere zur Arbeiterin - obwohl sie genetisch vollkommen gleich sind? Ein neuer Wissenschaftszweig hat erste Antworten hierauf: die Epigenetik. Schon gibt es erste Hoffnungen, bald Medikamente gegen Krebs, Alzheimer und Co. zu finden.

Arbeiterin und Königin haben das gleiche Genom. Ob eine Biene zur Arbeiterin oder zur Königin wird, entscheidet die Ernährung im Larvenstadium - also ein Umwelteinfluss. / Foto: © Günter Havlena/pixelio.de

Vor unseren Genen gibt es kein Entrinnen. Sie bestimmen, wer groß und wer klein wird, wer gesund oder krank ist – und in ihnen liegt die Antwort, um Krebs, Alzheimer, Diabetes und Co. zu heilen. Das war Konsens in der Wissenschaft, als im Jahr 2000 das Human-Genomprojekt abgeschlossen wurde. Seitdem kennen wir den gesamten genetischen Bauplan des Menschen. Und da begann die Ernüchterung: so komplex ist der gar nicht. Das Genom des Menschen ist nämlich nur etwa doppelt so groß, wie das eines Fadenwurms.

Jetzt ist der Mensch sehr viel komplexer als so ein Fadenwurm. Schnell war also klar: nur die Gene könnens nicht sein. Es muss eine zweite Ebene darüber geben. Damit begann das Zeitalter einer neuen Wissenschaftsdisziplin: der Epigenetik. Mit bahnbrechenden Erkenntnissen, die das gesamte Weltbild der Genetik ins Wanken brachten.

Denn was wir bisher glaubten, nämlich dass die DNS Aussehen und Entwicklung bestimmt, stimmt so nicht. Warum wird die eine Biene zur Königin, und die andere zur Arbeiterin, obwohl sie ein identisches Genom haben? Schuld hier ist da nämlich die Ernährung, und damit ein Umwelteinfluss.

Was bestimmen unsere Gene, und was die Umwelt? Das ist unsere erste ungelöste Frage des Monats. Wir sprechen darüber mit Leonie Anna Mück vom „Journal der ungelösten Fragen“.

 

 


Kooperation | «die ungelöste Frage des Monats»
detektor.fm und das „Journal of unsovled questions“ starten neue Rubrik

Zwar sind Journalisten und Wissenschaftler nicht immer die besten Freunde: die einen seien zu verkopft, die anderen zu oberflächlich – das werfen wir uns gegenseitig immerzu vor. Doch damit soll Schluss sein, zumindest im Kleinen.
Wir starten nämlich eine neue Kooperation: gemeinsam mit dem „Journal of unsolved questions“ widmen wir uns der „ungelösten Frage des Monats“. Ab sofort und jeden ersten Montag im Monat.