DOK Leipzig 2018 | Litauen im Länderfokus

Die (Un)abhängigkeit bewältigen

30.10.2018

Litauen feiert in diesem Jahr 100 Jahre Unabhängigkeit. DOK Leipzig macht in seinem Länderfokus Geschichte und Zukunft Litauens zum Thema.

Litauen beim DOK Leipzig 2018

Vor 100 Jahren, im Jahre 1918, wird zum ersten Mal die unabhängige Republik Litauen ausgerufen. In den 40er-Jahren erlebt das kleine Land im Baltikum dann wieder einen Rückschlag. Es wird zu einem Teil der Sowjetunion erklärt. Anfang der 90er gelingt es Litauen schließlich, seine eigene Unabhängigkeit wieder herzustellen. Seitdem zerreibt sich das Land immer wieder an den Großen und Mächtigen – Russland zum Beispiel, aber auch an der Europäischen Union. 2004 tritt Litauen schließlich der EU bei, erst 2015 dann der Europäischen Währungsunion.

„How we played the revolution“

Die Geschichte Litauens soll beim DOK Leipzig gezeigt werden. Giedrė Žickytė zeigt in ihrem Dokumentarfilm „How we played the revolution“ eine sehr friedliche Revolution. Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre treffen sich zahlreiche Menschen bei einer Art wanderndem Musikfestival, dem Roko Marška. Gemeinsam besingen sie den Wunsch nach Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Zu Beginn dieser Revolution war Regisseurin Giedrė Žickytė acht Jahre alt:

The most vivid memory from my childhood is, I remember how I was going to these concerts, meetings and gatherings and it looked like every day is like a celebration. We were going somewhere, we were celebrating something, we are partying somewhere. And this sweet word ‚freedom‘: It looked like a promised paradise which is wating for us. – Giedrė Žickytė

Bildhafte Sprache als künstlerische Identität

Kurator Audrius Stonys hat elf Filme für den Länderfokus beim DOK Leipzig ausgewählt. Alle Filme vereint eine bildhafte Sprache. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in den 40er-Jahren und auch in der Zeit der Revolution haben litauische Filmemacher vor allem Bilder genutzt, um ihre Botschaft vor Zensur zu schützen:

This was the only way to tell the truth. Because the images could be interpreted in so many different ways. So it was hard to censor them. This somehow became a genetic code. It is in our blood to speak with images. So even with these younger authors, when you look close into their films, you see this kind of poetry. – Audrius Stonys

Das DOK Leipzig widmet Litauen 2018 den Länderfokus. detektor.fm-Redakteurin Isabel Woop hat sich die Filmreihe angesehen.