Ein Slum als Touristen-Attraktion?

18.10.2013

Armutsviertel locken immer mehr Touristen an. Die Nachfrage nach sogenannten Slum-Touren steigt. Was erhoffen sich Touristen davon und welche Auswirkungen hat das auf die Bewohner der Slums?

lehrt am Institut für Geographie der Universität Potsdam und ist Mitarbeiter im Forschungsprojekt SlummingProf. Dr. Manfred Rolfeslehrt am Institut für Geographie der Universität Potsdam und ist Mitarbeiter im Forschungsprojekt Slumming 

Beliebte Urlaubsziele gibt es viele. In den vergangenen  Jahren hat sich allerdings ein Trend entwickelt, der nichts mehr mit berühmten Sehenswürdigkeiten oder Erholung zu tun hat: Überbevölkerte und verwahrloste Stadtteile mit kaum vorhandener Infrastruktur sind das Ziel einiger Touristen.

Armutsviertel als Touristen-Magnet?

In den meisten Entwicklungsländern sind solche Stadtteile keine Seltenheit. Inzwischen hat sich für diese Viertel die Bezeichnung Slum etabliert. Zwar sind Bilder von dicht an dicht gebauten Wellblechhütten aus der Zeitung oder Dokumentarfilmen bekannt. Dennoch fällt es uns Westeuropäern schwer, den Alltag in einem solchen Armenviertel vorzustellen.

Die Nachfrage nach Slum-Touren steigt

Wer wirklich einmal die Realität kennen lernen möchte, der kann eine sogenannte Slum-Tour buchen. Hier erhält man für einen kleinen Preis Einblick in den Alltag der Slum-Bewohner.

Warum solche Slum-Touren überhaupt angeboten werden und wer von dieser Touristen-Attraktion profitiert, darüber haben wir Manfred Rolfes gefragt. Er ist Mitarbeiter am Forschungsprojekt zu städtischen Armutstourismus.