Emily Prince gibt toten Soldaten ein Gesicht

10.02.2010

Wir bei detektor.fm haben uns intensiv mit dem Krieg in Afghanistan auseinandergesetzt. Eine Erkenntnis der Analysten war, dass die deutsche Politik natürlich Bilder von toten deutschen Soldaten möglichst verhindern will.

Momentan sind die Portraits von Emily Prince in der Londoner Saatchi Gallery zu sehen. Foto: Saatchi Gallery, London © Emily Prince, 2010

Sie lebt in San Francisco, Kalifornien. Foto: Saatchi Gallery, LondonEmily PrinceSie lebt in San Francisco, Kalifornien. Foto: Saatchi Gallery, London 

Tote Soldaten kommen in der Bevölkerung nicht gut an. Die Opferzahlen der Deutschen sind jedoch im Verhältnis zu denen der Briten oder gar der US-Amerikaner sehr gering. Bis zum heutigen Tag sind 5327 amerikanische Soldaten gestorben. Eine unvorstellbare und vor allem abstrakte Zahl. Die amerikanische Künstlerin Emily Prince zeigt in ihrer Arbeit „The American Serviceman & Women who have died in Iraq and Afghanistan“ zeigt die Gesichter hinter dieser unglaublich hohen Zahl. Jeder Tote bekommt von ihr ein Portrait. Emily Prince lebt in San Francisco, hat in Stanford studiert und ist mit dieser Arbeit international bekannt geworden. Ihre Portraits wurden in New York und werden momentan in London ausgestellt. Doch warum malt Emily Prince diese toten Soldaten? Das haben wir sie selbst gefragt.

Hören Sie das Interview mit Emily Prince hier noch einmal nach:

Ein Großteil der Portraits hängt momentan in London in der Saatchi Gallery. Ihre Bilder hängen dort noch bis zum fünften Mai 2010.

Emily Prince malt jedem toten US-Soldaten in Irak und Afghanistan auf Pergament mit Bleistift ein Portrait. Foto: Saatchi Gallery, London © Emily Prince, 2010All Of The American Service Men And WomenEmily Prince malt jedem toten US-Soldaten in Irak und Afghanistan auf Pergament mit Bleistift ein Portrait. Foto: Saatchi Gallery, London © Emily Prince, 2010