Aserbaidschan im Fokus: zwischen Erdölboom und Autokratie

16.05.2011

Die Aserbaidschaner feiern noch immer ihren Sieg beim Eurovision Song Contest. Die Deutschen dagegen geben zu: Was wir von Aserbaidschan wissen, ist sehr wenig. Ein wenig Aufklärung zur Frage: wie ist es um Aserbaidschan bestellt?

Zwischen Folklore und Moderne: Aserbaidschan rückt nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest in den Fokus. / © Michael Gottschalk (ddp)

von der Stiftung Wissenschaft und Politik forscht in Kaukasien und im südlichen Russland.Dr. Uwe Halbachvon der Stiftung Wissenschaft und Politik forscht in Kaukasien und im südlichen Russland. 

Als Autokratie „mit dynastischen Elementen“ beschreibt unser Interviewpartner Uwe Halbach den Staat im Südkaukasus. Als der ehemalige Staatspräsident Heydar Alijew 2003 starb, übernahm sein Sohn dessen Macht und setzte die Machtfestigung fort. Obwohl es oppositionelle Parteien gibt, sind sie doch stark eingeschränkt. Auch die Medien sind nicht unabhängig, damit werde ein freiheitliches Bild nicht erfüllt, so Halbach.

Demgegenüber steht der Erdölboom, der die Wirtschaft im Land florieren lässt. Zentrum des Booms ist die Hauptstadt Baku, die am Kaspischen Meer liegt.

Dort treten 2012 die Länder Europas im Eurovision Song Contest gegeneinander an. Was bedeutet das für Aserbaidschan? Wird das Land davon profitieren – und werden es seine Einwohner auch? Und kann Aserbaidschan die Kosten für den aufwendigen ESC ohne weiteres schultern?

Über die wirtschaftliche Kraft des Landes, die politische Situation und außenpolitische Spannungen sprachen wir mit Uwe Halbach von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Und weil es um den Eurovision Song Contest geht, kommt auch eine Frage im Gespräch nicht zu kurz: gehört Aserbaidschan noch zu Europa? Die Antworten gibt es hier.