Forschungsquartett | Das Märchen von der bösen Stiefmutter

28.11.2013

Im Märchen ist sie die Böse: Die Stiefmutter. Doch gilt das auch im echten Leben? Forscher des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung konnten die Mär von der bösen Stiefmutter teilweise widerlegen.

ist Soziobiologe am Max-Planck-Institut für demographische Forschung. Foto: © MPIDRKai Willführist Soziobiologe am Max-Planck-Institut für demographische Forschung. Foto: © MPIDR 

Ob bei Schneewittchen, Frau Holle oder Aschenputtel: In einigen Märchen der Gebrüder Grimm nimmt die Figur der bösen Stiefmutter eine zentrale Rolle ein. Die böse Stiefmutter hat nur ihr eigenes Wohl oder das ihrer leiblichen Kinder im Auge. In der Evolutionspsychologie gibt es sogar eine Theorie, nach der Kinder eher sterben, wenn Stiefmütter mit im Haus wohnen.

Diese Annahme konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung (MPIDR) zumindest teilweise aus der Welt schaffen.

Anhand historischer Kirchenbücher mit Toten- und Taufregistern haben die Forscher um den Soziobiologen Kai Willführ festgestellt: Die Stiefmutter ist nicht grundsätzlich böse. Es hängt mit den wirtschaftlichen Verhältnissen zusammen, wie sich eine Stiefmutter verhält.

Warum die Märchen von den bösen Stiefmüttern womöglich umgeschrieben werden müssen, erklärt detektor.fm-Redakteur Max Heeke.


Das Forschungsquartett in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft.

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