Forschungsquartett | Depression bei Kindern – ein unterschätztes Problem

07.11.2013

Bei Erwachsenen werden Depressionen mittlerweile als schwerwiegende Krankheit ernst genommen. Bei Kindern dagegen werden sie weithin unterschätzt. Dabei erkrankt etwa jedes elfte Kind an Depression, wie eine Studie der Universität Leipzig ergeben hat.

ist Kinderpsychiater am Leipziger Universitätsklinikum.Mirko Döhnertist Kinderpsychiater am Leipziger Universitätsklinikum.  

Warum werden Kinder depressiv und wie sieht eine Depression bei Kindern aus? Mit diesen und anderen Fragen im Hinterkopf starteten Forscher der Universität Leipzig das Forschungsprojekt ‚LIFE Child‘. Dabei sind unter anderem 500 Kinder auf Depressionen hin untersucht worden.

Das Ergebnis überrascht den Leipziger Kinderpsychiater Mirko Döhnert, der an der Studie mitgearbeitet hat. Weitaus mehr Kinder als bislang erwartet, leiden an Depressionen. Die Zahlen sind zwar nicht eins zu eins auf den Bundesdurchschnitt übertragbar, aber sie zeigen: Kinderdepression ist ein unterschätztes Problem.

Dabei ist es äußerst schwierig, eine Depression bei Kindern überhaupt richtig zu diagnostizieren.

Das Spezifische ist wirklich, dass es im ersten Moment nicht nach Depression aussehen muss. Das Kind kann auch mal gereizt und aggressiv daher kommen und es steckt eine Depression dahinter. – Mirko Döhnert, Kinderpsychiater

Wie die Forscher die Kinderdepressionen dennoch zweifelsfrei ermitteln können und was überhaupt Symptome der Krankheit sind, berichtet detektor.fm-Redakteur Max Heeke.

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