Forschungsquartett | Ein Blick in die Geschichtsbücher des Klimas

21.06.2012

Besonders in den letzten Jahrzehnten ist die Durchschnittstemperatur auf der Erde angestiegen - über die Gründe wird gestritten, die Folgen für die Zukunft sind noch nicht absehbar. "Klimahistoriker" wollen deshalb zunächst die Klima-Vergangenheit knacken und daraus lernen.

erstellt Modelle, um historische Klimaveränderungen sichtbar zu machen.Victor Brovkinerstellt Modelle, um historische Klimaveränderungen sichtbar zu machen. 

Historiker richten ihren Blick in die Vergangenheit. Meistens geht es bei ihnen um große Schlachten, Herrscher und Ländergrenzen. Aber man kann als Historiker auch den Blick in die Vergangenheit richten und dadurch etwas über die Zukunft des Klimas lernen. Das ist zumindest das Ziel von „Klimahistorikern“. Sie analysieren die Klimageschichte, um etwas über die Zukunft des Klimas zu lernen.

Eines der interessantesten Archive – die Eisdecke

Die Forscher bekommen wichtige Informationen aus Baumringen, Ablagerungen im Meer und aus der Eisdecke. Besonders spannend ist für sie die Frage nach dem Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß und Erderwärmung. Es ist unbestritten, dass es große Schwankungen und Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten gegeben hat. Doch es ist klar, dass durch die Industrialisierung in den letzten 200 Jahren besonders viel CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen worden ist. Die Zusammenhänge sind noch nicht vollständig geklärt, dennoch ist eines klar: der Mensch nimmt eine entscheidende Rolle beim Klimawandel ein.

Wir haben ein neues Erdzeitalter erreicht: das Anthropozän. Der Mensch hat sich zu einer außerordentlich wichtigen geologischen Kraft entwickelt, die den ganzen Planeten beeeinflusst. – Victor Brovkin

Mit welchen Methoden die Forscher herausfinden, wie das Klima vor zweihundert, zweitausend oder zwanzigtausend Jahren gewesen ist und was das für die noch ungeschriebene Zukunft des Klimas offenbart, Anke Werner hat am Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie nachgefragt.

+++Das Forschungsquartett in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft+++

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