Forschungsquartett | Fettleibigkeit: Machen Vorurteile krank?

08.08.2013

Faul, dumm und selbst schuld: Das denkt eine Mehrheit der Deutschen über Menschen, die an Adipositas, also Fettleibigkeit, leiden. Wie diese Vorverurteilungen auf die Betroffenen wirken, haben Wissenschaftler aus Leipzig herausgefunden.

ist Verhaltensmedizinerin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas-Erkrankungen Foto: © Uni LeipzigAnja Hilbert ist Verhaltensmedizinerin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas-Erkrankungen Foto: © Uni Leipzig 

Etwa jeder vierte Deutsche im Erwachsenenalter leidet an Adipositas. In Zahlen: Rund 10 Millionen Frauen und 9 Millionen Männer sind fettleibig.

Fettleibigkeit ist inzwischen mehr als ein gesellschaftliches Randphänomen. Da sollte eine breite öffentliche Debatte möglich sein, könnte man meinen. Doch mehr als die Hälfte der Deutschen hat, latent oder offen, Vorurteile gegenüber Fettleibige.

Welche Folgen solche Stigmatisierungen für die Betroffenen haben können, hat Verhaltensmedizinerin Anja Hilbert von der Universität Leipzig in einer Studie untersucht. Sie haben wir gefragt, inwiefern auch der allgegenwärtige Body-Mass-Index dazu beiträgt und welche Bereiche besonders anfällig für Ausgrenzungen sind.

In der Schule werden dicke Kinder gehänselt. Bei der Jobsuche werden sie benachteiligt. Selbst im Gesundheitswesen gibt es negative Stereotype. – Anja Hilbert, Universität Leipzig


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