Forschungsquartett | Hirnforschung: Die Stimme im Kopf

11.04.2013

Die Stimme beeinflusst, wie vertrauenswürdig oder attraktiv wir jemanden finden und wirkt sich somit scheinbar auf soziale Urteile aus. Forscher wissen nun, welche Gehirnregion für diese Bewertungen zuständig ist.

Kino im Kopf: Wie sieht der Mensch am anderen Ende des Telefons wohl aus? Foto: © Michael Gottschalk / dapd

vom »Kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln«.Simon Eickhoffuntersucht, wie das Gehirn beim »Schubladen-Denken« arbeitet. 

Wenn Sie schon mal jemanden mit einer attraktiven Stimme am Telefon hatten, dann wissen Sie, wie viel das ausmacht: Wahrscheinlich war Ihnen die Person allein dadurch schon sehr sympathisch.

Auch wissenschaftlich ist belegt, dass die Stimme eine wichtige Rolle spielt, wenn wir Menschen einschätzen.

Hirn bewertet Stimmen wie Gesichter

Neu ist, dass Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich herausgefunden haben, welche Gehirnregion dafür maßgeblich zuständig ist. Es ist dieselbe Region, die auch aktiv ist, wenn wir Gesichter beurteilen oder uns in andere Personen hineindenken.

Es ist letztendlich egal, ob wir den Menschen nach Gesicht oder Stimme beurteilen. Im Gehirn gibt es dafür anscheinend ein zuständiges Zentrum. Simon Eickhoff

Simon Eickhoff ist Professor für Kognitive Neurowissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und leitet die Arbeitsgruppe „Brain Network Modeling“ am Forschungszentrum Jülich.

Wie sind die Forscher zu dieser Erkenntnis gekommen und warum sind diese Ergebnisse wichtig, um psychische Krankheiten wie Depressionen oder Autismus besser zu verstehen? Katrin Weller hat die Wissenschaftler besucht:


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