Play
In der genossenschaftliche Wohnanlage Kalkbreite in der Schweiz ist das Gemeinschaftsleben wichtig. Deswegen gibt es einen großen Innenhof für alle. Foto: Genossenschaft Kalkbreite | Volker Schopp
Bild: Genossenschaft Kalkbreite | Volker Schopp

Forschungsquartett | Kollektiv- und Kommunehäuser in Europa

Architektur als Waffe

Kann Architektur Menschen zu einem besseren sozialen Miteinander erziehen? Was utopisch erscheint, hat Architekten immer wieder inspiriert, Kollektiv- und Kommunehäuser zu entwerfen.

Utopien der Architektur

Architektur prägt unseren Alltag. Aber kann sie uns auch dazu bringen, unsere Lebensformen von Grund auf zu verändern?

Schon seit der Frühen Neuzeit besteht die Idee, dass man den Menschen durch die gebaute Umwelt zu einem sozialeren Verhalten erziehen kann. Mit der Aufklärung wurden dann auch immer wieder Versuche unternommen, dies architektonisch umzusetzen: Zentral waren dabei Konzepten des kollektiven Wohnens und der gemeinschaftlichen Lebensführung.

Kommunehäuser

Später fanden die Konzepte des kollektives Wohnens und Zusammenlebens vor allem im Sozialismus Anklang. In der Sowjetunion entstanden im frühen 20. Jahrhundert beispielsweise sogenannten Kommunehäusern. Dort sollte der sozialistische Mensch geschaffen werden.

Architektur wurde martialisch ausgedrückt als Waffe angesehen für die Veränderung der Gesellschaft und auch als Waffe, die den Menschen dazu zwingt, seine Verhaltensweisen zu ändern. — Arnold Bartetzky vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas

Doch auch in  westlichen Demokratien war kollektives Wohnen ein Thema. 1930 entstand zum Beispiel in Stockholm das Kollektivhaus. Nach 1968 gab es kollektives Wohnen in Form von Kommunen und Hausbesetzungen in den 1970er und 80er Jahren.

Kollektives Wohnen

Auch heutzutage gibt es alternative Wohnprojekte, bei denen das kollektive Zusammenleben im Vordergrund steht. Zum Beispiel bei Hausprojekten oder genossenschaftlichen Wohnanlagen.

Über den Zusammenhang von Architektur und den Traum von einem besseren Menschen hat Amelie Berboth detektor.fm-Moderator Christian Erll berichtet. Sie hat mit Arnold Bartetzky vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO), Leipzig gesprochen. Er leitet dort die Abteilung Kultur und Imagination und ist Honorarprofessor für Kunstgeschichte.

Arnold Bartetzky  - leitet die Abteilung Kultur und Imagination am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas in Leipzig

leitet die Abteilung Kultur und Imagination am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas in Leipzig
In unserem europäischen Kulturkreis haben Kommunehäuser nicht funktioniert, weil es doch dieses dauerhafte Bedürfnis nach Individualismus gibt. Es gibt natürlich auch ein Bedürfnis nach Vergemeinschaftung. Es gibt aber gleichzeitig ein Bedürfnis nach Privatheit, Selbstbestimmung – auch nach Familienleben!Arnold Bartetzky
Forschungsquartett | Kommunehäuser in Europa 07:20

Redaktion: Amelie Berboth

Musik: Shostakovich – Aphorisms op. 13 [1/2]


Das Forschungsquartett in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa

Forschungsquartett – Wissenschaft bei detektor.fm. Jede Woche blicken wir auf neue Entwicklungen und Ergebnisse in der deutschen Forschungslandschaft. Überall in Deutschland arbeiten Wissenschaftler daran, die Welt ein wenig besser zu machen. Wir schauen ihnen über die Schulter.

Das Forschungsquartett jede Woche hören? Dann abonnieren Sie den Podcast. Den Podcast gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify.

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen