Forschungsquartett | Leber steuert Auszehrung bei Krebs

07.02.2013

Fast 500.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Krebs. Ein Symptom vieler Krebsarten ist die extreme Auszehrung der Betroffenen. Forscher des Krebsforschungszentrums in Heidelberg haben jetzt erstmals die Rolle der Leber bei diesem Prozess untersucht.

Die Leber verteilt die Energie im menschlichen Körper: Bei Krebspatienten funktioniert das nicht mehr richtig. Fett sammelt sich in der Leber an. Foto: © dkfz

Bis zu 70 Prozent aller Krebspatienten leiden an der sogenannten Tumorkachexie, also Auszehrung. Egal, ob sie viel oder wenig Nahrung zu sich nehmen, die Betroffenen verlieren dramatisch an Fett- und Muskelmasse. Prof. Stephan Herzig vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat festgestellt, dass die Leber bei diesem Prozess eine zentrale Rolle spielt.

vom Deutschen Krebsforschungszentrum in HeidelbergProf. Stephan Herzigvom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg 

Die Leber ist eines der zentralen Organe der Stoffwechselkontrolle, sehr wichtig bei Krankheitszuständen wie Übergewicht, Diabetes etc. Und wir hatten uns die Frage gestellt, ob es nicht sein kann, dass die Leber bei diesem Auszehrungssyndrom eine Rolle spielen kann. Weil die Leber dafür zuständig ist, dass sie Energie an andere Organe wie zum Beispiel Muskeln oder Fettgewebe liefert.

Prof. Stephan Herzig und sein Team haben erforscht, was genau in der Leber eines Krebspatienten passiert. Welche Rolle sogenannte Genschalter dabei spielen, erklärt er im Beitrag.

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