Forschungsquartett | Patientenvollmacht: Geteilte Verantwortung hilft auch Angehörigen

04.04.2013

Stellvertretende Entscheidungen für ein krankes Familienmitglied sind eine schwere Bürde. Teilt man diese Verantwortung, ist die Entscheidung genauso gut – und alle Angehörigen sind nachweislich zufriedener. Was bedeutet das für Betroffene und Mediziner?

Wichtige Frage für medizinische Stellvertreter: Was ist der Wille des Patienten? Foto: © Stefan Simonsen / dapd

Wenn Menschen ins Krankenhaus oder Pflegeheim kommen und selbst nicht mehr entscheiden können, was Ärzte tun sollen, dann muss das jemand anderes entscheiden. Dem Partner, Kindern oder Enkeln fallen solche Entscheidungen natürlich nicht leicht.

untersucht menschliche Entscheidungsprozesse.Renato Freyuntersucht menschliche Entscheidungsprozesse. 

Der Psychologe Renato Frey forscht am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Gemeinsam mit Kollegen der Abteilung „Adaptive Rationalität“ hat er untersucht, wie Menschen für kranke Angehörige Entscheidungen treffen:

Uns interessierte dabei nicht nur die Entscheidung selbst, sondern genauso sehr der Weg dorthin. – Renato Frey

Ein einzelner Patienten-Stellvertreter ist demnach zufriedener mit einer medizinischen Entscheidung, wenn er vorher mit anderen Menschen über den möglichen Willen des Betroffenen diskutieren konnte.

Christoph Hartmann hat mit Renato Frey über die Stellvertreter-Studie gesprochen:


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