Forschungsquartett | Promenadologie: Die Rettung des Spazierganges

27.06.2013

Die Zeiten werden hektischer und unser Blick für das Alltägliche geht verloren. Es zieht uns in die Ferne und wir vergessen die Schönheit unserer unmittelbaren Umgebung. Diesem Trend versucht die Spaziergangswissenschaft entgegenzuwirken. Ihr Ziel ist es, unser Interesse für die langsame, aber bewusste Kunst des Spazierganges zu wecken.

Alles andere als müßiges Umherlaufen. Auch Spazierengehen will gelernt sein. Foto: © Susann Jehnichen/detektor.fm

Wer bewusst spazieren geht, nimmt sich die Zeit, seiner Umgebung Aufmerksamkeit zu schenken. Doch Zeit ist eine knappe Ressource. Bei Abertausenden Möglichkeiten, die wenige Zeit zu verbringen, gerät der langsame Spaziergang mehr und mehr in Vergessenheit.

Das will die Spaziergangswissenschaft, oder Promenadologie, ändern. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kunst des Spazierengehens zu bewahren. Diese erst seit den 1980er Jahren bestehende Wissenschaft untersucht die älteste Form der Mobilität und ihren Nutzen für Individuum und Gesellschaft.

Anstatt fernsehen, auch mal nah sehen. – B. Weisshaar

beschäftigt sich mit der Kunst des Spazierengehens. Foto: © Atelier-LatentBertram Weisshaarbeschäftigt sich mit der Kunst des Spazierengehens. Foto: © Atelier-Latent 

Einer ihrer Vertreter ist der Leipziger Wissenschaftler Bertram Weisshaar. Er versucht, die Spaziergangswissenschaft mit der Kunst des Spazierengehens zu verbinden und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Im Juni erscheint sein neues Buch ‚Spaziergangswissenschaft in Praxis‘. In Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Promenadologen untersucht er darin neue Formen des Spazierengehens.

Für das Forschungsquartett spazierte er mit Moderator Christoph Dziedo durch die Straßen Leipzigs.

Ich ging im Walde
So vor mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Johann Wolfgang von Goethe
1813 „Gefunden“

Forschungsquartett - Promenadologie: Die Rettung des Spazierganges

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