Fußball und Mode – Über das Verschwinden des Trainingsanzugs von der WM-Bank

25.06.2010

Es fällt schon auf: die Nationaltrainer bei der WM tragen immer öfter Anzug und Krawatte, und immer seltener einen Trainingsanzug. Warum Sportler immer öfter auch Stilikonen sind... oder werden.

Torwarttrainer Andreas Koepke, Teammanager Oliver Bierfoff und Bundestrainer Joachim Loew stehen vor dem Spiel gegen Australien auf dem Spielfeld. Nicht mit dabei: ein Trainingsanzug. / © Oliver Lang

gelernter Designer und lange Moderedakteur bei der NZZ.Jeroen van Rooijengelernter Designer und lange Moderedakteur bei der NZZ. 

Pure Männlichkeit in verschwitzten Trikots und schlabbrigen Trainingsanzügen – das war einmal. Auf den Trainerbänken in den WM-Stadien findet scheinbar ein Kulturumbruch statt. Der Trainingsanzug wird immer öfter von Designerware verdrängt. So heimst Bundestrainer Löw regelmäßig Lob für seine Outfits ein, und Spielerstars wie Beckham, Ronaldo oder Schweinsteiger machen immer öfter auch mit ihrer Optik Schlagzeilen.

Medienberichten zufolge hat sich Joachim Löw gar vor der WM mehrfach bei einem süddeutschen Modelabel über das Outfit von Teams und Trainerstabes beraten lassen. Ist der Sportler also zum Model geworden, und das Stadion zum Laufsteg?

Das fragen wir einen Experten: Jeroen van Rooijen, der lange Zeit leitender Mode-Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung war. Mit ihm wollen wir klären, wie wichtig Mode wirklich für den Fußball geworden ist, welches die modischen Top und Flops der WM sind und ob der gute alte Trainingsanzug ein Comeback erleben wird.