Gesund Leben | Der Tod – eine ewige Debatte

15.10.2012

Der Tod ist endgültig. An dieser Stelle gibt es kein zurück mehr. Doch wenn jemand «hirntot» ist, verfällt der Körper nicht sofort. Der Hirntod liefert seit Jahrzehnten Diskussionsstoff für Ethikmediziner.

Der Tod ist in Deutschland ein Tabuthema. Foto: © Sascha Schuermann/dapd

Der Tod ist in der westlichen Gesellschaft ein Tabuthema. Anfang des Jahres hat der Deutsche Hospiz- und Palliativverband eine Studie hierzu veröffentlich: die Hälfte der Befragten findet, dass sich die Gesellschaft zu wenig mit dem Tod befasst.

Ethikmediziner hingegen befassen sich seit Jahrzehnten mit dem Tod: sie wollen ihn eindeutig machen. Denn wann ein Mensch wirklich tot ist, ist noch immer eine ungeklärte Frage.

Ab wann gilt ein Mensch als tot?

Es gibt nach deutschen Recht keine eindeutige Definition vom Tod. Ein Arzt muss den Tod feststellen. Dafür untersucht er den Körper auf Todeszeichen. Unsichere Todeszeichen sind etwa das Fehlen eines Pulses oder keine Atmung. Doch das kann auch bei einem lebenden, aber verletzten Menschen vorkommen. Daher sind erst Todesflecken oder die Todesstarre eindeutige, sichere Todeszeichen.

Worin unterscheidet sich der Hirntod vom Tod?

Ein Hirntoter zeigt keinerleit Hirnaktivität, auch wenn sein Körper noch zu leben scheint. Der Körper ist warm, der Kreislauf stabil. Aber er kann nicht selbstständig atmen. Um den Hirntod festzustellen, werden zunächst andere Ursachen ausgeschlossen. Alle zwölf Hirnnerven dürfen keinerlei Reaktion mehr zeigen.

Warum wird der Hirntod noch immer diskutiert?

In Deutschland wird der Hirntod mit dem Tod gleichgesetzt. Aber die Grenze zwischen Leben und Tod sind biologisch nicht definierbar. Auch der deutsche Ethikrat hat sich diesem Thema angenommen. Würde man den Hirntod als Tod in Frage stellen, gäbe es keine Organspenden oder Transplantationsmedizin.


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