Gesund Leben | Essstörungen im Web – Wenn aus Krankheit Lebensstil wird

19.11.2012

Die Bewegung "Pro-Ana" macht ihre Krankheit zur besten Freundin. Im Netz wird Anorexia Nervosa, Magersucht, auf vielen Webseiten mit Bildern und Diättipps verharmlost und als Lebenseinstellung zelebriert.

Wer an einer Essstörung leidet, hat häufig eine falsche Wahrnehmung seines eigenen Körpers. Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

Größe 0 oder XXS ist das Ziel: Vor einigen Jahren hat die Pro-Ana-Bewegung weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Auf einer Website wurde „Ana“ zur besten Freundin erklärt. Ana steht für Anorexia Nervosa – Magersucht.

Hallo! Erlaube mir, mich vorzustellen. Mein Name – oder wie ich von sogenannten Ärzten genannt werde – ist Anorexia nervosa, aber du kannst mich Ana nennen. Ich hoffe, wir werden gute Freunde. In der nächsten Zeit werde ich viel Zeit in dich investieren und ich erwarte das Gleiche von dir.

So stellt sich „Ana“ vor. Mit zweifelhaften Ernährungs- und Sporttipps versuchen sich die Pro-Ana-Anhänger gegenseitig zum Abnehmen zu ermutigen.

Mitgründerin von Dick & Dünn e.V.Sylvia BaeckMitgründerin von Dick & Dünn e.V. 

Die Website gibt es heute nicht mehr. Dafür aber genug Kopien und Anlehnungen wie pure2.0 oder Thinderella.

Hungern als Lebensgefühl?

Auch so genannte Thinspirations finden sich immer öfter im Netz – Bilder von untergewichtigen Körpern, die eine Inspiration sein sollen, dünn zu sein.

Für Sylvia Baeck ist das keine gesunde Einstellung. Welche Erfahrungen die Gründerin in ihrer Beratungsstelle Dick & Dünn e.V. in Berlin gemacht hat, hat sie im Interview erzählt.

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