Gesund Leben | Hochsensibel – Wie eine Gabe schnell zur Qual werden kann

06.08.2012

Der Glaube, nur einen Bruchteil des Gehirns zu nutzen, ist weit verbreitet. Aber wie sähe es aus, wenn wir mehr wahrnehmen – sehen, riechen, schmecken und fühlen können? Hochsensible können das - und leiden nicht selten darunter.

Laute Musik und grelle Lichter: Für Hochsensible kann ein Diskothekenbesuch unzumutbar sein. Foto: ©Timur Emek/dapd

Gründer des Informations- und Forschungsverbunds Hochsensibilität e.V.Michael JackGründer des Informations- und Forschungsverbunds Hochsensibilität e.V.  

Michael Jacks Website ist farblos. Das Layout von hochsensibel.org besteht aus schwarzem Text auf weißen Grund. Auch Bilder sucht man vergebens. Für die meisten eine Geschmacksfrage – für Hochsensible eine Wohltat.

Hochsensible nehmen Reize verstärkt wahr. So kann es schnell zu einer Reizüberflutung kommen. So wie bei Michael Jack. Der Jurist hat sich schon in seiner Kindheit anders gefühlt.

Ich war weniger tolerant gegenüber Reizeindrücken, brauchte mehr Pausen, empfand mich aber auch als tiefsinniger und gründlicher nachdenkend.

In der Disko hält er es kaum 5 Minuten ohne Ohrstöpseln aus. Wenn sich auf Partys die Gespräche kreuzen und Musik im Hintergrund läuft, stößt es ihm unangenehm auf. An der Uni erschöpften ihn Vorlesungen- und Seminare manchmal so stark, dass er hinterher für einige Zeit im Bett liegen musste, um die Nerven zu beruhigen.

Noch viele Fragezeichen

Wie viele Hochsensible es gibt oder woher die Hochsensibilität kommt, ist weitgehend unerforscht. Viele Betroffene können sich ihre Empfindlichkeit gar nicht erklären. Auch Michael Jack fühlte sich erst befreit, als er zufällig im Netz auf das Thema stieß und so erkannte, dass er zu Hochsensibilität neigt.

Mir war klar, dass das Wissen, dass man hochsensibel ist, für Betroffene existenziell wichtig sein kann – potenziell lebensverändernd.

Aus diesem Grund hat er den Verein Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität gegründet. Im Gespräch bei detektor.fm erzählt er, wie es sich anfühlt, hochsensibel zu sein.

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