Green Radio | Innovative Damenhygiene

Statt Flecken im Schoß und Giften am Körper

14.04.2016

Es ist ein Tabu-Thema, obwohl etwa die Hälfte von uns damit monatlich in Berührung kommt: Es geht um Menstruationsblut - und um innovative Hygieneartikel, die es umweltfreundlich beseitigen. Wir stellen die Produkte vor.

+++Green Radio: Umwelt und Nachhaltigkeit – eine Kooperation mit dem Umweltbundesamt.+++


 Altbewährtes überdenken

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

Immer wieder werden toxische Stoffe in Tampons, Binden und Windeln nachgewiesen. Ein konventioneller Tampon besteht meist aus industriell hergestellter Viskosewatte und aus Baumwolle, die meistens genverändert und stark mit Pestiziden belastet ist. Der Tampon ist über Stunden mit der Scheidenwand in Kontakt und über die Schleimhäute werden Stoffe besonders leicht in den Blutkreislauf aufgenommen.

Nie wieder Flecken in der Unterhose

Die New Yorkerin Miki Agrawal will nun die Innovation auf dem Markt der Damenhygiene vorantreiben:

Jede Frau hat es schon erlebt, dass etwas ausgelaufen ist und man dann mit dem Fleck ein Problem hatte. Und unsere Frage war, wie kann es sein, dass es in dieser Zeit der Innovationen keine Innovation in dieser Hygiene-Kategorie gab. Immerhin handelt es sich um Artikel, auf die Frauen lange Zeit in ihrem Leben angewiesen sind. – Miki Agrawal, gründete 2011 Thinx in New York

Der Umsatz auf dem Markt der Damenhygiene-Artikel beträgt etwa 13 Milliarden Euro jährlich. Es ist also durchaus lukrativ, hier mitzumischen. Miki Agrawals hat innerhalb von drei Jahren mit einem Expertenteam eine Unterhose entwickelt, die die Funktion einer Binde hat, bequem ist und gut aussieht. Unter dem Namen Thinx verkauft sie heute eine kleine Kollektion von Unterwäsche – für rund 30 Euro das Stück. Für viele sei es erst mal eine komische Vorstellung, in seine Unterhose zu bluten, sagt Agrawal.

Man muss natürlich sein Verhalten ändern, aber es macht keinen Unterschied dazu, eine Binde zu tragen, außer, dass man eben in seine Unterwäsche blutet, die man ja aber auswaschen kann und im Unterschied zur Binde hat die Unterhose antimikrobielle Technologie. Es fühlt sich an und sieht aus, als würde man ganz normale und nicht gepolsterte Unterwäsche tragen. – Miki Agrawal

Miki Agrawl portraitWie kann es sein, dass es in dieser Zeit der Innovationen keine Innovation in dieser Hygiene Kategorie gibt?Miki Agrawalgründete 2011 Thinx in New York. 

Blut in der Tasse

Eine andere Alternative, die zunehmend für Frauen in Frage kommt, ist die sogenannte „Menstruationstasse“. Ein kleiner Kunststoff-Becher, der in der Scheide das Blut auffängt und anschließend ausgewaschen wird. Kaufen kann man die Tasse für etwa 25 Euro in einigen Apotheken und natürlich im Internet. In Finnland scheinen die Frauen besonders fortschrittlich zu denken, denn dort hat immerhin schon jede zehnte Frau den Tampon gegen eine umwelt- und geldschonende Menstruationstasse eingetauscht.

Müll und Geld sparen

Eine Frau benutzt durchschnittlich etwa 15.000 Tampons in ihrem Leben. Die Unterhose und die Tasse können über Jahre hinweg zum Begleiter werden und sparen so eine Menge Müll und schließlich auch Geld. Über Innovationen auf dem Markt der Damenhygiene-Artikel hat sich detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit Astrid Wulf unterhalten.