Immer mehr, immer schneller – und immer schlechter? Was das Internet mit unserem Hirn macht

30.04.2010

Die Hirnforschung zeigt: Multitasking ist leider nicht der Heilsbringer. Daran ändert auch permanent verfügbares Wissen nichts. Am Ende gewinnt unser Hirn.

Hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, und nimmt nun auch das Internet ins Visier: die Hirnforschung. / © Maren Bessler pixelio.de

Wenn wir vor 20 Jahren nach der Kreiszahl PI gesucht hätten, dann hätte uns das vermutlich einige Minuten, vielleicht eine Stunde Arbeit gekostet – je nachdem, wie weit das nächste Lexikon entfernt ist. Heute wird es vermutlich einige Sekunden kosten – je nachdem, wie weit der nächste Computer entfernt ist.  Suchmaschinen bringen uns so viel Wissen wie nie zuvor – und das so schnell wie nie zuvor. Doch sind wir deshalb klüger? Lernen wir mehr und besser? Neueste Erkenntnisse zeigen: nein.

ist Neurobiologe, leitet das Zoologische Institut der TU Braunschweig und ist unter anderem Autor des Buches »Wie Kinder heute lernen.«Prof. Martin Korteist Neurobiologe, leitet das Zoologische Institut der TU Braunschweig und ist unter anderem Autor des Buches »Wie Kinder heute lernen.« 
  • Wir können uns schlechter konzentrieren.
  • Wir machen immer mehr gleichzeitig.
  • Wir schaffen zwar auch mehr in kurzer Zeit – aber wir machen auch mehr Fehler.
  • Und zu allem Überfluss scheinen dabei auch soziale Fähigkeiten zu verkümmern.

Obwohl in der digitalen Welt vieles einfacher wird, profitiert die Intelligenz davon nicht: Ist in den letzten Jahren der Durchschnitts-IQ alle zehn Jahre um rund 4 Punkte gestiegen, geht er seit kurzem zurück. Schuld an all dem scheint das Internet sein. Was uns die Hirnforschung über Multitasking, Lernen und soziale Intelligenz verrät, und wie wir das in Einklang mit unserer Arbeitswelt bringen können, das fragen wir den Neurobiologen Martin Korte von der TU Braunschweig.

Was uns die Hirnforschung über Multitasking, Lernen und soziale Intelligenz verrät.