“Initiative Sauberes Hamburg” – Hetze gegen Obdachlose als Marketingaktion

27.02.2013

Obdachlose sollen aus dem Stadtbild verschwinden, damit die Stadt wieder schön wird. Das hat die "Initiative Sauberes Hamburg" gefordert. Nun entpuppt sich alles als Marketingaktion.

Ein Obdachloser an seinem Schlafplatz. Nicht wenige fragen sich: darf man mit solchen Bildern Marketing machen? / Foto: © Martin Oeser/dapd

vom Hamburger Obdachlosenmagazin «Hinz und Kunzt».Stephan Karrenbauervom Hamburger Obdachlosenmagazin «Hinz und Kunzt». 

Auf die Homepage der „Initiative Sauberes Hamburg“ ließen empörte Reaktionen nicht lange auf sich warten. Die Seite forderte, Obdachlose von der Straße zu entfernen, um dem Stadtbild zu neuem Glanz zu verhelfen.

Doch jetzt haben die Macher der Seite erklärt, dass es sich dabei um Satire gehandelt haben soll. In der Erklärung heißt es, man setze sich mit „provokanten und unorthodoxen Mitteln dafür ein, die Probleme der Menschen am Rande unserer Gesellschaft in den Fokus zu rücken“.

Hinter der „Initiative Sauberes Hamburg“ steht eine Computerspielfirma. Vor einigen Jahren hat sie mit dem Online-Browserspiel „Pennergame“ auf sich aufmerksam gemacht, das ebenfalls in der Kritik stand.

Wie die Aktion bei Obdachlosen selbst ankam und wie das Leben auf Hamburgs Straßen tatsächlich aussieht, haben wir mit Stefan Karrenbauer besprochen. Er ist Mitarbeiter des Hamburger Straßenmagazins Hinz und Kunzt.

Initiative Sauberes Hamburg - Hetze gegen Obdachlose entpuppt sich als Marketingaktion

Wir brauchen keine Reißer-Geschichten, bei denen man nicht davon ausgehen kann, dass es um eine ernsthafte Auseinandersetzung geht. – Stefan Karrenbauer