ITB | Tourismus in Krisengebieten

Verreisen in Zeiten von Terrorismus

10.03.2017

Internationaler Terrorismus und sich ausweitende globale Konflikte wirken sich auf die Reiseplanung vieler aus. Urlaub im Krisengebieten lockt nicht. Wie die Tourismusbranche darauf reagiert:

In Berlin findet die Internationale Tourismus-Börse, kurz ITB, statt. Themen in diesem Jahr sind unter anderem die Digitalisierung, aber auch die wachsende Terrorismusgefahr und geopolitische Konflikte. Die touristische Weltkarte hat sich verändert.

Die Zahlen bis Februar 2017 belegen eine Verschiebung der Reiseziele vom östlichen hin zum westlichen Mittelmeer. Also von der Türkei, Ägypten, Tunesien hin zu Spanien, Portugal, Griechenland und Bulgarien. – Joachim Dresdner, Journalist und ITB-Besucher

Wer zurzeit seinen Urlaub plant, landet schnell auf der Website des Auswärtigen Amtes und liest dort reihenweise Reisewarnungen. Länder wie Ägypten, Tunesien und Marokko haben in den letzten Jahren an Attraktivität verloren – bei ihnen gilt eine erhöhte Gefahr für Anschläge und Entführungen. Damit wurde dem Tourismus vor Ort ein starker Dämpfer versetzt. Nur sind eben genau diese Staaten auf das Urlaubsgeschäft angewiesen, schließlich hängen viele Arbeitsplätze vom beständigen Zustrom finanzkräftiger Urlauber ab. Doch die bleiben seit den Anschlägen der letzten Jahre aus. Mit der Angst vor Terror im Nacken lockt selbst das größte Paradies nicht.

Ist der Ruf erst ruiniert

Die Türkei hat bei deutschen Urlaubern inzwischen ein Imageproblem. Mehrere Anschläge im Zentrum Istanbuls haben die Reisenden verängstigt. Dabei ist auch hier Tourismus eine extrem wichtige Branche. Seit der Annäherung des türkischen Staatschefs an Präsident Putin bereisen zumindest wieder mehr russische Staatsbürger das Land. Ob zum Beispiel Donald Trumps Politik in Zukunft ähnliche Folgen haben wird, muss sich noch zeigen.

Tourismus in der Krise?

Doch nicht nur im Nahen Osten hat der Tourismus mit Problemen zu kämpfen. Asien und Afrika sind ebenso betroffen. Auf den Phillipinen gab es Fälle, bei denen Touristen von extremistischen Gruppen entführt worden sind. Der Staatschef selbst ist höchst umstritten. So fordert er seine Bevölkerung zum Mord an Kriminellen auf.

Was auf der ITB zu diesen Themen besprochen wurde und was es dort sonst so zu sehen gibt, hat Joachim Dresdner unserer detektor.fm-Moderatorin Carina Fron berichtet.

Die Mittelwelle stirbt - JDresdnerVor allem durch die Medien und die mehrfachen Anschläge brennen sich Bilder in das Gedächtnis der Menschen ein und die meiden dann Ziele wie Tunesien oder die Türkei.Joachim Dresdnerberichtet vom ITB-Kongress in Berlin. 

Redaktion: Alexander Goll