„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“ – Wie Vornamen die Lehrer beeinflussen

26.08.2010

Kann ein Name wirklich über die Zukunft eines Menschen entscheiden? Mehrere Forscher haben nun eine Studie zu "Vorurteilen bei Vornamen" veröffentlicht.

Wird schon bei den Namen vorsortiert? Warum Namen doch nicht nur Schall und Rauch sind. © Volker Lannert (ddp)

Sie ist Erziehungswissenschaftlerin und Professorin der Didaktik des Sachunterrichts an der Universität Oldenburg. © www.astrid-kaiser.deAstrid KaiserSie ist Erziehungswissenschaftlerin und Professorin der Didaktik des Sachunterrichts an der Universität Oldenburg. © www.astrid-kaiser.de 

Alexander ist schlauer als Marvin und Hannah schreibt bessere Aufsätze als Jaqueline.

Eine Studie belegt nun, was schon vielmals vermutet wurde: nicht nur die soziale Herkunft sondern auch die Namensgebung entscheidet über die Bildungschancen eines Kindes. Denn, auch wenn Lehrer dies häufig dementieren, wurden bei der Benotung von Kindern mit vorbelasteten Namen, wie Kevin oder Jaqueline, und „angesehenen“ Namen, wie Alexander und Marie, erhebliche Unterschiede festgestellt.

In einer Onlinebefragung, bei der fast 2000 Grundschullehrerinnen und -lehrer anonymisiert teilgenommen haben, ergab die Auswertung der Fragebögen, dass die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer mit Vornamen auch Vorannahmen zu Fähigkeiten und Verhalten der Kinder verbinden.

Astrid Kaiser ist Erziehungswissenschaftlerin und Professorin der Didaktik des Sachunterrichts an der Universität Oldenburg und erklärt, was ihre Studie genau ergeben hat.