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Jean Ziegler während seines Aufenthalts in Havanna vor einem Wandgemälde des chilenischen Malers José Venturelli im Hotel Habana Libre. | Foto: © W-film / Dreampixies
Jean Ziegler während seines Aufenthalts in Havanna vor einem Wandgemälde des chilenischen Malers José Venturelli im Hotel Habana Libre. | Foto: © W-film / Dreampixies

Kino | „Der Himmel wird warten“ und „Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens“

Eine politische Filmwoche

In dieser Woche starten zwei neue Filme in den Kinos, die politisch aufgeladen sind: eine Dokumentation über den politischen Aktivisten Jean Ziegler und ein Film, bei dem zwei französische Mädchen im Namen des Dschihads zu Terroristen werden.

Der Himmel wird warten

Wenn man von jungen Menschen hört, die sich freiwillig dem IS anschließen, kann man das kaum glauben. Der Film „Der Himmel wird warten“ versucht deshalb, das Thema darzustellen. Und will vermitteln, welche Wege die Dschihadisten zum Anwerben nutzen – wie leicht das Ganze doch sein kann.

Es geht um zwei französische Familien. Ob alleinerziehende Mutter oder scheinbar heile Familie: Beide verlieren ihre Töchter an die islamistische Terrormiliz „Islamischer Staat“. Die Tochter von Sylvie verliebt sich im Internet in einen Jungen. Mit der Zeit isoliert er sie aus der Ferne immer mehr. Bis ihre Mutter eines morgens ihr Zimmer verlassen vorfindet. Ihre Tochter Melanie ist nach Syrien gegangen, um Terroristin zu werden.

Auch Catherine und Samir sind überrascht, als eines Tages ein Einsatzkommando in der Nacht ihr Haus stürmt. Ihre 17-jährige Tochter Sonia hatte einen Anschlag geplant und wird deshalb zu Hausarrest verurteilt. Doch was macht man mit seiner Tochter, die man plötzlich nicht mehr kennt? Die Badezimmer-Tür aushängen, damit sie nicht mehr heimlich beten kann?

Es ist jetzt kein brillanter Film – er hat seine Probleme – aber als Annäherungsversuch ist er doch schon sehr gelungen. – Patrick Wellinski

Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens

Der junge Schweizer Hans Ziegler war 1964 zur ersten Weltzucker-Konferenz der UNO in Genf der Chauffeur von Che Guevara. Die Begegnung prägte ihn so sehr, dass er mit Guevara nach Kuba gehen wollte. Eigenen Aussagen zufolge sagte dieser jedoch zu Ziegler, er solle in Genf bleiben, um gegen den Kapitalismus zu kämpfen. Ziegler nannte sich um zu Jean und sprach fortan nur noch Französisch.

Seit diesem Moment kämpft er in der Schweiz als Redner, Schriftsteller und politischer Aktivist gegen den Einfluss von Oligarchen. Die Dokumentation, die sein eigener ehemaliger Schüler Nicolas Wadimoff über ihn gedreht hat, ist ein Portrait und ein Frage-Spiel zugleich. Und sie begleitet Jean Ziegler nach Kuba, auf dem die Ideen des 82-jährigen auf dem Prüfstand gestellt werden.

Die Bilder dieses Dokumentarfilms waren jetzt eher Fernsehen, als das ganz große Kino. – Patrick Wellinski

Welchen Film man sich in dieser Woche anschauen sollte, erzählt Film-Kenner Patrick Wellinksi im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert.

Patrick Wellinski - hat für uns seine zwei Favoriten-Filme in der Woche rausgesucht.

hat für uns seine zwei Favoriten-Filme in der Woche rausgesucht.
Es laufen zwar viele Filme diese Woche an, doch das ist wirklich nur Durchschnittsware.Patrick Wellinski
Kino – Jean Ziegler, Der Himmel wird warten 06:16

Redaktion: Conny Poltersdorf


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