Kino | The First Avenger, Bauernopfer, Ein Hologramm für den König

Superhelden, Schachgenies und Spießer

28.04.2016

Bei den Kinostarts der Woche spielen charismatische Stars die Hauptrollen. Warum es dabei aber nicht immer knallen muss und ob man den neuen "Avenger" auch versteht, wenn man kein eingefleischter Fan ist, weiß unsere Kinoexpertin Anna Wollner.

The First Avenger – Civil War: die Superhelden im moralischen Dilemma

Die Avengers sollen dem Mandat der Vereinten Nationen unterstellt werden. Iron Man (Robert Downey junior) hält das für eine gute Idee, Captain America (Chris Evans) ist davon weniger begeistert – genügend Grund, sich 147 Minuten lang windelweich zu prügeln. Die Regisseure Anthony und Joe Russo haben mit den Spezialeffekten im dritten Teil der „Captain America“-Reihe nicht gegeizt. Wer sich schon immer gefragt hat, wie es aussieht, wenn der Flughafen Leipzig/Halle in die Luft fliegt, darf sich auf ein minutenlanges Feuerwerk freuen. Beim Politthriller über Paranoia und Großmachtfantasien kommt der neue Schurke Baron Zemo (Daniel Brühl) ohne Cape und Superkräfte daher.

Hier heißt es: Mann gegen Mann, Superheld gegen Superheld. Daniel Brühl spinnt die Fäden im Hintergrund. – Anna Wollner, Kino-Expertin

Bauernopfer – Spiel der Könige: Ein Bild der Zeit

Edward Zwicks Film erzählt die Geschichte von Bobby Fischer (Tobey Maguire), dem größten Schachtalent der Vereinigten Staaten zur Zeit des Kalten Krieges. Das gequälte Genie spielt sich als einziger amerikanischer Hoffnungsträger an die Weltspitze, wird aber unter dem zunehmenden Druck immer paranoider. „Bauernopfer“ ist ein Film über Schach, das große Spiel des Kalten Krieges, Genie und Wahnsinn. Beim legendären Duell gegen den russischen Weltmeister Boris Spasski (Liev Schreiber) läuft alles zusammen – mehr als bloß ein gewöhnlicher Wettkampf.

Spannend, selbst wenn man mit Schach überhaupt nichts anfangen kann. – Anna Wollner

Ein Hologramm für den König: Warten auf Godot 2.0

In Tom Twykers Verfilmung des gleichnamigen Romans strandet Alan Clay (Tom Hanks) in der Wüste. Der gescheiterte Manager soll in Saudi-Arabien König Abdullah eine neue Hologramm-IT-Technologie verkaufen – und steht sich die Beine in den Bauch. Denn der Monarch kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten und auch nicht an den Tagen danach. Also wartet Alan – und macht dabei Bekanntschaft mit den Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Nach „Cloud Atlas“ steht Tom Hanks nun zum zweiten Mal für den deutschen Regisseur vor der Kamera.

Ein Film über den Stillstand: Sehr spröde. – Anna Wollner

detektor.fm-Moderatorin Anke Werner hat mit unser Kino-Kritikerin Anna Wollner über die Kino-Neustarts der Woche gesprochen.

Die Kinoredakteurin Anna WollnerTom Hanks steht ein bisschen verdattert einfach so rum.Anna Wollnerfindet es schade, dass sich "Ein Hologramm für den König" in seiner Beiläufigkeit verliert. 

Redaktion: Anna-Lena Stumpf


Die Trailer zu den Filmen