Kino-Tipps der Woche

"A most wanted man", "Lügen und andere Wahrheiten" und "Maps to the Stars"

11.09.2014

Wohlstandsdepressionen, düsteres Hollywood und ein letzter Abschied von Seymour Hoffman: "A most wanted man", "Lügen und andere Wahrheiten" und "Maps to the Stars!" kommen in die Kinos.

Lügen und andere Wahrheiten: Wohlstandsdepression in Bremen

Die Zahnärztin Coco (Meret Becker) steht kurz vor ihrer Hochzeit. Ihr Verlobter Carlos (Thomas Heinze), ein Immobilienkaufmann, liebt vielleicht eine andere.  Ihre Freundin Patty (Jeanette Hain), eine emanzipierte Künstlerin, stellt Bilder von Vaginen  in der Zahnarztpraxis aus. Und alle versammeln sich regelmäßig beim gelegentlich gewaltätigen Yoga-Lehrer Andi (Florian David Fitz) .

Vanessa Jopps Episodenfilm lebt von den vielen kleinen Alltagslügen, mit denen sich die Beteiligten herumschlagen müssen. Am Ende steht ein Wirrwarr persönlicher Ängste und kleiner Schicksalsschläge. Vor und in den Villen von Bremen.

A Most wanted Man: Philip Seymour Hoffman – reicht das?

Günther Bachmann ist ein deutscher Spion. In Hamburg stationiert, soll er eine muslimische Terrorzelle auskundschaften. Allerdings brauchen er und sein Team dafür keine riesigen Hightech-Abhöranlagen.

Denn Günther Bachmann ist aus einer anderen Zeit. Ständig rauchend zieht er regelmäßig Informanten auf seine Seite, das Ganze mit nostalgisch anmutenden Methoden und den Amerikanern im Nacken.

Philip Seymour Hofmann erfüllt  in diesem Film zum letzten Mal eine Figur mit seiner ganzen Präsenz. Als deutscher Held, als Spion vergangener Tage.

A Map to the Stars: Hollywoods düstere Seiten

Die Weiss-Familie impliziert alles, was sich der Beobachter von Außen so Schlechtes über Hollywood einfallen lassen kann. Ein Vater (John Cursack), der als Motivations-Experte und kalkulierender Geschäftsmann die Traumata der Stars behandelt. Eine Mutter (Olivia Williams), die sich als nicht groß umsorgende Managerin um das Geld und die Karriere ihres 13-Jährigen Sohnes kümmert.

Der Sohn (Evan Bird), der durch zu viel Geld und Aufmerksamkeit, zu einem psychisch kranken Ekel gereift ist.
Und die 18-Jährige Tochter (Mia Wasikowska), die gerade mit Narben ausgestattet gerade aus der Psychatrie zurückkehrt.  Sie ist das klassische schwarze Schaf der Familie.

Dazu noch Havanna (Julianne Moore), eine Schaupielerin, die ihren Zenit überschritten hat und von ihrer toten Mutter heimgesucht wird.

Julianne Moore bekam in Cannes bereits den Preis als bester Schauspielerin. Robert Pattinson wirkt als verträumter Chauffeur mit.

Maps to the Stars ist ein weiterer Film, der die weniger offensichtlichen, düsteren Seiten Hollywoods zeigt. Nur noch düsterer. So düster, dass auch unser Kino-Experte Patrick Wellinski nicht die Augen davon lassen konnte. In den Kinotipps der Woche erklärt er die Schwächen und Stärken der Filme und gibt an, was man sich wirklich ansehen sollte.

kennt die Legenden um das Ende zu Hitchcocks »Suspicion«.Lügen und andere Wahrheiten ist alles das, was wir am deutschen Kino hassen.Patrick Wellinskistellt diese Woche die neuen Kino-Tipps vor.