Kino | „Willkommen bei den Hartmanns“ und Netflix-Serie „The Crown“

Eins zum Jubeln, eins zum Weinen

03.11.2016

Neu im Kino: "Willkommen bei den Hartmanns". Regisseur Simon Verhoeven versucht darin die Flüchtlingskrise auf die Leinwand zu bringen. Außerdem startet morgen die teuerste europäische Netflix-Serie "The Crown". Ob sich der Besuch im Kino lohnt oder Netflix & Chill die bessere Wahl ist, erklärt Filmauskennerin Anna Wollner.

The Crown

Netflix hat eine neue Serie produziert und viel Geld in die Produktion gesteckt. Sie heißt „The Crown“ und ist die teuerste und aufwändigste Netflix-Produktion in Europa. 80 Millionen Euro soll allein die erste Staffel gekostet haben. Für die Serie wurde der Autor Peter Morgan ins Boot geholt. Er hat unter anderem das Drehbuch für den Film „Die Queen“ geschrieben.

Binge Watching vorprogrammiert

Seit mehr als 60 Jahren ist Queen Elizabeth II. weltweit eine Institution und Symbol Großbritanniens. Nun gibt es eine Serie über ihr Schaffen und Leben. „The Crown“ erzählt eine sehr persönliche Geschichte. Elizabeth verliert in den 1950er-Jahren ihren Vater. Zeit zum Trauern wird ihr nicht gelassen. Denn mit 25 Jahren muss sie den Thron besteigen und wird mit Pflichten und Aufgaben überschüttet. Die ersten Jahre ihrer Regentschaft sind ein Kampf. Ein Kampf zwischen dem Wunsch, ein ganz normales Leben führen zu wollen, und den Pflichten einer Königin.

Ich habe nach der letzten Folge gedacht: Ich möchte nicht, dass es vorbei ist. – Anna Wollner

Die erste Staffel hat zehn Folgen und fünf weitere Staffeln werden folgen. Ab morgen ist „The Crown“ auf Netflix zu sehen.

Komödie zur Flüchtlingskrise?

Ab heute ist der Film „Willkommen bei den Hartmanns“ im Kino zu sehen. Die Hauptrollen spielen unter anderem Elyas M’Barek, Palina Rojinski und Florian David Fitz.

Die Hartmanns sind eine weiße, bürgerlich-spießige Familie. Seitdem die Kinder die Villa verlassen haben, wissen die Eltern nichts mit sich anzufangen und suchen nach einer neuen Aufgabe. Die ehemalige Schuldirektorin Angelika beschließt nach dem Besuch eines Flüchtlingsheims einen Geflüchteten aufzunehmen. Schließlich kommt der Nigerianer Diallo bei den Hartmanns unter. Dabei gerät Diallo in den normalen Alltag des Familienwahnsinns und merkt sehr schnell, dass bei den Hartmanns einiges schief läuft. Ein Film über Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit.

Peinliche Aktion?

Wer einen längeren Blick auf das Kinoplakat wirft, dem wird auffallen, dass sechs Darsteller zu sehen sind, aber nur fünf Namen. Denn Diallo, gespielt von Eric Kabongo, ist einfach weggelassen worden. Für einige Kritiker eine peinliche Aktion für einen Film, der es sich zur Aufgabe macht, Vorurteile abzubauen, und für ein offenes Miteinander wirbt. Die zuständige PR-Firma hat sich zu diesem Vorfall bisher nicht geäußert.

Es ist schlimmer, als du dir vorstellen kannst. Ich habe mich lange nicht mehr im deutschen Kino so fremdgeschämt. – Anna Wollner

„Was soll das Ganze?“ hat sich der Musikexpress gedacht und 20 teilweise zynische Fragen an den Regisseur Simon Verhoeven gestellt. Darüber konnte er allerdings nicht lachen und schickte 20 Antworten hinterher, die nicht so freundlich ausfallen. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Alexander Hertel erklärt unsere Filmkritikerin Anna Wollner, warum sich der Besuch im Kino diese Woche nicht lohnt.

EsDer überambitionierte Versuch, eine Flüchtlingskomödie zu erzählen, die im Deckmantel einer Familienkomödie daherkommt.Anna Wollnerlässt kein gutes Haar an "Willkommen bei den Hartmanns". 

Redaktion: Linh Pham


Die Trailer zu den Filmen: