400 Seiten pro Jahr – Facebook muss Daten herausgeben

27.09.2011

Ein Jurastudent hat geschafft, woran ganze Behörden scheiterten: facebook in die Knie zu zwingen. Facebook musste alle von ihm gespeicherten Daten herausrücken: es waren 1.200 Seiten Papier. Das kann nun jedermann - Bilanz eines Sieges von David gegen Goliath.

Der Wiener Jurastudent Max Schrems fordert auch eine effizientere Möglichkeit, bei Facebook alten “Datenmüll” zu entsorgen. Foto © Alexander Klaus / pixelio.de

kämpft gegen den undurchsichtigen Umgang mit Nutzerdaten bei Facebook.Max Schremskämpft gegen den undurchsichtigen Umgang mit Nutzerdaten bei Facebook. 

Facebook wandelt sich zu einem digitalen Lebensarchiv. Im Kampf gegen andere Plattformen wie Google+ stellte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg letzte Woche Neuerungen bei dem Online-Netzwerk vor – unter anderem eine so genannte „timeline“. Mit ihr können wie in einem Sammelalbum alle Stationen wie Nachrichten, Kommentare, Fotos und Videos des Users festgehalten und dargestellt werden.

Der Wiener Jurastudent Max Schrems wird davon nicht begeistert sein. Er ist Initiator der Gruppe „Europe versus Facebook“ und verlangt mehr Transparenz und Mitbestimmung über die Daten, die Facebook sammelt.

Uns geht es ein bisschen darum, zu sagen: Ihr seid ein so großer Konzern, Ihr verdient Milliarden in Europa, dann haltet Euch auch an die Gesetze, die es da gibt.

Er forderte bei Facebook eine komplette Sammlung der Daten an, und hatte nach jahrelangem Rechtsstreit Erfolg: Facebook musste alle Daten über ihn offenlegen. Mit der Post kam eine CD-Rom mit 1.200 DIN-A4-Seiten aus drei Jahres seines Lebens. Und mehr noch: mittlerweile kann über einen etwas versteckten Link jedermann die Herausgabe seiner persönlichen Daten erwirken.

Wie Max Schrems an das Material gekommen ist, was drin steht und welche Überraschungen er erlebt hat, erzählt er im Interview.