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Künstler und Künstlerinnen sind auch auf die Abgaben an die KSK angewiesen. Foto: Skumer / shutterstock.com
Bild: Debby Hudson | unsplash

Künstlersozialkasse: Herausforderungen durch Digitalisierung

„Irgendwo muss das Geld ja herkommen“

Damit auch freischaffende Künstler und Künstlerinnen ausreichend krankenversichert sind, gibt es die Künstlersozialkasse. Unternehmen, die Kunst verwerten, zahlen dazu eine Künstlersozialabgabe. Doch internationale Konzerne wie Youtube oder Spotify weigern sich bisher, das zu tun.

Krankenkasse für Künstler

Auch Künstler und Künstlerinnen müssen mal zum Arzt. Als Selbstständige sind sie in der Regel aber nicht in der Gesetzlichen Krankenkasse, die monatlichen Beiträge entsprechend teuer. Seit 1983 können sie sich deswegen bei der Künstlersozialkasse registrieren. Dort genießen sie dann einen ähnlichen Schutz in der gesetzlichen Sozialversicherung wie Arbeitnehmer.

Bund und Unternehmen finanzieren die KSK

Das heißt, sie müssen nur 50 Prozent ihres Krankenkassenbeitrags selbst zahlen. Die andere Hälfte wird zum Teil vom Bund bezuschusst und zum Teil durch die Künstlersozialabgabe finanziert. Die Künstlersozialabgabe zahlen alle Unternehmen, die freischaffende Künstler beschäftigen oder deren Arbeit in irgendeiner Form verwerten. Klassischerweise sind das etwa Presse- und Buchverlage, Theater, öffentliche und private Rundfunk- und Fernsehanbieter, Film- und Musikproduzenten oder Werbeagenturen.

Internationale Konzerne zahlen nicht ein

Mit zunehmender Digitalisierung der Kreativwirtschaft greift diese Künstlersozialabgabe aber oft nicht mehr. Internationale Konzerne wie Youtube, Spotify und Co. verwerten zwar in großem Maße die Arbeit der Künstler, zahlen hierzulande aber keine Künstlersozialabgabe. Sie argumentieren unter anderem damit, lediglich die digitale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, auf der sich die Kunstschaffenden dann selbst vermarkten.

Und so genau lassen die großen Plattformen auch nichts raus, wie viel sie jetzt konkret beispielsweise an selbstständige Kreative an Werbeeinnahmen ausschütten. Das heißt, wir konnten auch nur mutmaßen, dass da sehr viel Geld letztlich an der Künstlersozialkasse vorbeifließt. – Florian Sperling, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Über die Künstlersozialkasse und was sich für diese mit zunehmender Digitalisierung der Kreativwirtschaft verändert, darüber spricht detekor.fm-Moderatorin Yvi Strüwwing mit Florian Sperling. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und hat einen Forschungsbericht zu diesem Thema für das Arbeitsministerium mitverfasst.

Florian Sperling - ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitverfasser eines Forschungsberichts, der die Auswirkungen der Digitalisierung von Kultur- und Kreativwirtschaft auf die Künstlersozialversicherung untersucht.

ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitverfasser eines Forschungsberichts, der die Auswirkungen der Digitalisierung von Kultur- und Kreativwirtschaft auf die Künstlersozialversicherung untersucht.
Es wird eine Gesetzesänderung auf jeden Fall brauchen, so viel steht fest.Florian Sperling

Redaktion: Yannic Köhler