KZ-Verbrecher vor Gericht: Leben mit der Schuld

09.04.2013

50 mutmaßliche KZ-Aufseher sollen jetzt, 70 Jahre nach dem Ende des Naziregimes, vor Gericht gestellt werden. Wie kann man mit dieser Schuld ein Leben verbringen?

Noch heute steht das Eingangstor von Auschwitz als Erinnerung an den Völkermord im zweiten Weltkrieg. Foto: Michael Kappeler/ dapd.

Dass Pfarrer Thomas Beelitz sich mit Schuld und der Psychologie von Tätern des Nationalsozialismus befasst, hat persönliche Gründe. In seiner Familie mussten er und seine Familienmitglieder sich mit der Schuld seines Vaters auseinandersetzen. Im zweiten Weltkrieg ist der als Mitglied der WaffenSS direkt an den Verbrechen der Nazis beteiligt gewesen.

Marcus Richter und Mats Leubner rufen über ein Youtube-Video zum Crowdfunding ihres Radiorollenspiels auf. Foto: Youtube-ScreenshotThomas Beelitzarbeitet in Berlin-Hellersdorf als Krankenhausseelsorger und hat sich mit Schuldgefühlen von NS-Verbrechern beschäftigt. 

Bis heute versucht man, die Täter für ihre Untaten zur Verantwortung zu ziehen. Noch in diesem Jahr werden 50 mutmaßliche KZ-Aufseher wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht gestellt. Sie sollen jetzt knapp 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs für ihre Taten in den NS-Vernichtungslagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau belangt werden. Viele der Angeklagten sind heute gesundheitlich in einem schlechten Zustand.

Wie ist es, wenn man über ein halbes Jahrhundert mit der Schuld lebt, unzählige Menschen in den Tod geschickt zu haben? Hat die Gerichtsverhandlung für die Angeklagten nach so vielen Jahren überhaupt noch eine Bedeutung und wie ist es, wenn man mit Naziverbrechern aufwächst? Das haben wir von Thomas Beelitz erfahren.

Leben mit der Schuld - Wie NS-Verbrecher weiterleben