Liste der sozialen Unwörter – Begriffe, die verschleiern, was ist

26.02.2013

Die Nationale Armutskonferenz hat eine Liste mit 23 sozialen Unwörtern erstellt. Warum beispielsweise "sozial schwach" dazu gehört, haben wir mit Journalist Kai Biermann besprochen.

Der Duden hält die deutsche Sprache fest. Diese wandelt sich permanent – und aus politisch korrekt gemeinten Begriffe werden mitunter Unwörter. Foto: © Insa Korth/dapd

Behindertentransport ist im Pflegebereich ein gängiges Wort. Menschen werden aber befördert und nicht wie Waren transportiert. Daher ist Behindertentransport ist ein soziales Unwort – zumindest nach Ansicht der Nationalen Armutskonferenz.

Politisch korrekte Begriffe – häufig kompliziert

betreibt den Blog neusprech.org.Kai Biermannbetreibt den Blog neusprech.org. 

Um Unwörter zu vermeiden und politisch korrekt zu sprechen, werden mitunter komplizierte Wortkonstrukte wie etwa „Person mit Migrationshintergrund ohne eigene Migrationserfahrung“ geschaffen. Mit dem Wandel der Sprache kann es dann wieder passieren, dass eben diese Wörter negativ oder diskriminierend werden – zu Unwörtern also. Die Suche nach korrekten Alternativen geht wieder los.

Allerdings ist nicht immer politische Korrektheit der Hintergrund: in manchen Fällen soll ein Wort oder eine Wortgruppe beschönigend wirken und das eigentliche Problem verschleiern.

Liste der sozialen Unwörter

Diese Suche nach Ersatzbegriffen dürfte bald wieder losgehen – die Nationale Armutskonferenz hat eine Liste mit 23 sozialen Unwörtern veröffentlicht. Diese Wörter seien entweder irreführend, diskriminierend oder semantischer Unsinn, so die Erklärung der Konferenz aus Sozialverbänden und Deutschem Gewerkschaftsbund.

Auf seinem Blog neusprech.org analysiert der Journalist Kai Biermann gemeinsam mit Linguistik-Professor Martin Haase Wörter und Wortgruppen. Dafür sind beide mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet worden. Mit Kai Biermann haben wir über die Liste der sozialen Unwörter gesprochen.

Es gibt keine neutrale Sprache, sondern Sie transportiert immer unsere Intention. Sie drückt aus, was wir eigentlich meinen – ob wir das wollen oder nicht. – Kai Biermann