Medaillenbuben und Boxerinnen – Das Geschlechterverhältnis bei Olympia

03.08.2012

Saudi-Arabien lässt zum ersten Mal weibliche Sportler mitmachen und die Medaillen werden von Männern verteilt. Das sind nicht die einzigen Fortschritte, die die Olympischen Spiele gemacht haben. Wo steht die sportliche Genderbewegung?

ist Redakteurin bei der feministischen Zeitschrift EMMA.Chantal Louisist Redakteurin bei der feministischen Zeitschrift EMMA.  

Die Olympischen Spiele 1900 haben eine Premiere gefeiert. Zum ersten Mal durften damals an den Wettkämpfen Frauen teilnehmen. Auch die Londoner Spiele 2012 werden als Zäsur gefeiert. Der lange Weg der Gleichberechtigung scheint sein Ziel, zumindest im Sport, beinahe erreicht zu haben.

Denn Saudi-Arabien, das bisher als letztes Land keine weiblichen Teilnehmer hatte, schickt dieses Mal Judoka Seraj Abdulrahim Sharkani und 800 m-Läuferin Sarah Attar ins Rennen. Allerdings auch nur, weil das Internationale Olympische Komitees das Land unter Druck gesetzt hat.

Während der Eröffnungsfeier, ist ein Ausschnitt aus der BBC-Serie „Brookside“ zu sehen gewesen. In der Serie küssten sich 1993 erstmals zwei Frauen im britischen Fernsehen.

Bei der Siegerehrung sind die weiblichen Medaillenträger auf Stöckelschuhen von Männern abgelöst worden. Und im Boxring stehen auch Frauen, womit nun alle Sportarten von beiden Geschlechtern vertreten sind. Es scheint sich demnach viel getan zu haben. Aber was haben wir noch vor uns?

Darüber haben wir mit Chantal Louis gesprochen. Sie ist Redakteurin der feministischen Zeitschrift EMMA und hat uns einen Einblick in die Genderbewegung im Sport gegeben.