Mit “Mediaartbase” öffnet das größte Archiv für Medienkunst – im Netz

08.07.2011

Kunstexperten haben Licht ins Dunkel der deutschen Medienkunstarchive gebracht und mal ordentlich aufgeräumt. Ihre Fundstücke kann sich jetzt jeder im Internet ansehen - und das für immer.

Zwei Damen schauen sich im Hamburger Bahnhof einen Film über Beuys von 1979 an. / © Marcus Brandt (dapd)

Projektleiter der Mediaartbase.Prof. Ludger BrümmerProjektleiter der Mediaartbase. 

Zu Familienfesten werden gerne alte Fotos und peinliche Videoaufnahmen aus der hintersten Ecke geholt. Und dann wird er deutlich sichtbar: der Zahn der Zeit. Die Fotos verblasst, die Filme unscharf  – Medien verfallssicher zu lagern ist eine Kunst für sich.

Für unsere Privataufnahmen ist das bedauerlich. Bei Aufnahmen bedeutender Künstler wie Joseph Beuys oder auch Ai Weiwei könnte das zu einem großen kulturellen Verlust führen. Denn die von denen geschaffene Medienkunst ist ebenso einem Verfall ausgesetzt, wie es Ölgemälde und Skulpturen sind. Genau das soll mit der mediaartbase verhindert werden.

Vor etwa zwei Jahren haben Experten für Medienkunst unter anderem vom Dokumenta-Archiv in Kassel und vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe begonnen, Videos, Tondokumente, Konzepte und ähnliches zusammen zu suchen, qualitativ aufzubereiten und so zu archivieren, dass sie im Internet für jeden zugänglich sind – und das für immer.

Wir haben mit Projektleiter Ludger Brümmer vom ZKM in Karlsruhe über die neue Plattform für Medienkunst gesprochen.