Mediasteak | Charlottesville, Nordkorea und Berlin

Einen Blick wagen

18.08.2017

Die Ausschreitungen in Charlottesville, das Leben einer Achtjährigen in Nordkorea und Gangsterläufer: Was haben die Mediatheken diese Woche zu bieten?

Charlottesville: Race and Terror

Vergangenen Samstag kam es in Charlottesville in den USA zu Ausschreitungen. Auf der einen Seite gab es eine Kundgebung, die unter dem Motto „Vereinigt die Rechte“ stand. Anhänger der Alt-Right-Bewegung, des Ku-Klux-Klans und andere Neonazis haben diese Gruppe gebildet. Dabei waren mehr als tausend Menschen an der Demonstration beteiligt.

Auf der anderen Seite versammelten sich aber eben so viele Gegendemonstranten. Die Situation eskalierte allerdings. Es gab mehrere Attacken. Dadurch sind bei den Ausschreitungen 35 Menschen verletzt worden und eine Gegendemonstrantin gestorben. Zudem sind zwei Polizisten gestorben, als ihr Beobachtungshubschrauber abstürzte.

Vice veröffentlichte nur zwei Tage nach den Geschehnissen eine Dokumentation. Die Bilder machen klar, welches Gewaltpotential am Samstag auf den Straßen der US-amerikanischen Stadt Charlottesville unterwegs war.

Ich finde, das hat nochmal eine ganz andere Wucht als die ganzen Nachrichten, die man dazu gehört hat. – Anne Krüger, Mediasteak

Im Strahl der Sonne

Vitali Manski hat geschafft, was fast unmöglich scheint: eine ehrliche Dokumentation über das Leben in Nordkorea. Er und sein Team haben über ein Jahr ein achtjähriges Mädchen begleitet. Zin-mi lebt mit ihren Eltern in  der Hauptstadt Pjönjang.

Mit dabei sind immer auch Aufpasser, die dem Regisseur auf die Finger sehen. Mit Argusaugen beobachten sie die Dreharbeiten und das Team. Sie arrangieren die Szenen im Sinne des Kommunismus.

Vitali Manski hat sich diesem Propagandadrehbuch widersetzt und heimlich die Inszenierung der Inszenierung aufgenommen. – Laura Pohl, Mediasteak

Gangsterläufer

Auch diese Dokumentation besticht durch Authentizität und der Freiheit, sich eine unvoreingenommene Meinung bilden zu können. Denn die Dokumentation begleitet den Berliner Yehya über die Jahre hinweg. Obwohl er schon bevor er auch nur ansatzweise strafmündig ist, 54 mal auffällig geworden ist und auch ins Gefängnis muss, entwickelt man irgendwie Sympathien für ihn.

Denn natürlich hat Yehya auch eine herzliche und hilfsbereite Seite. Genau dieses Miteinander zweier scheinbar unvereinbarer Seiten macht diese Doku so besonders. Denn obwohl man sich hin- und hergerissen fühlt, ist es selten so gut möglich, einen objektiven Blick in diese Probleme zu bekommen.

Laura Pohl und Anne Krüger von mediasteak haben mit detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg die drei Empfehlungen der Woche besprochen.

DancerZum Anfang dachte ich sogar erst, das wurde alles inszeniert für die Kamera, weil alles so krass aufgenommen ist.Anna Krüger und Laura Pohlsind beide von der Doku "Charlottesville: Race and Terror" überwältigt. 

Redaktion: Barbara Butscher/Ferdinand Moeck


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