Mediasteak | Nach Wriezen, Das Verschwinden und Das Salz der Erde

Auf der schiefen Bahn

03.11.2017

Eine Dokumentation über Jugendliche nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, eine Krimi-Serie aus dem tiefsten Bayern oder doch lieber ein Dokumentarfilm über den Fotografen Sebastião Salgado? Das alles gibt es momentan kostenlos in deutschen Mediatheken.

Nach Wriezen

Wenn Jugendliche die JVA Wriezen verlassen, tun sie das mit den Worten „Bis bald“. Denn fast alle von ihnen – acht von zehn – kehren früher oder später ins Gefängnis zurück. Warum geraten die Jugendlichen so schnell wieder auf die schiefe Bahn? Um das herauszufinden, hat Regisseur Daniel Abma drei Jugendliche nach ihrer Entlassung begleitet. Entstanden ist eine intime Langzeitdokumentation über die Ängste und Sorgen der jugendlichen Straftäter.

Man ist immer hin- und hergerissen zwischen zwei Gefühlen: Dass man eigentlich verurteilt, was die Protagonisten gemacht haben, aber auf der anderen Seite hat man auch Mitleid mit ihnen. – Anne Krüger, Mediasteak

Das Verschwinden

Eigentlich ist die Idee hinter der ARD-Serie „Das Verschwinden“ keine besonders neue: Ein junges Mädchen verschwindet und ihre Angehörigen versuchen herauszufinden, was passiert ist. Das Reizvolle daran ist vielmehr der Schauplatz: Eine Kleinstadt in Ostbayern, nahe der tschechischen Grenze. Regisseur Hans-Christian Schmid stammt selbst aus der Kleinstadt Altötting und beschäftigt sich immer wieder mit dem Thema Provinz: Mit ihrer Schönheit, aber auch mit ihrer Trostlosigkeit. Der Sendeplatz direkt nach dem Tatort ist gut gewählt, denn die Serie ist für ein breites Publikum gemacht.

Die Serie ist eigentlich was für jung und alt. Jeder kann sich ein bisschen damit identifizieren. – Laura Pohl, Mediasteak

Das Salz der Erde

Hinaus in die Welt geht es bei „Das Salz der Erde“. Die Dokumentation zeigt das Leben und die Arbeit des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Der Brasilianer fotografierte in den vergangenen 40 Jahren auf allen Kontinenten, allerdings nicht nur schöne Dinge: Hungersnöte, Kriege, Flucht, Tod. Weil all das nicht leicht zu verarbeiten ist, widmet sich Salgado seit fast zehn Jahren einem neuen Projekt: Genesis, ein Bildband, der die Schönheit unberührter Natur festhält.

Das ist quasi das Gegenstück zu seiner Arbeit davor, weil er da wiederum diesen optimistischen Blick auf unsere Gesellschaft und die Welt wirft. – Anne Krüger, Mediasteak

Warum diese drei Filme so sehenswert sind, besprechen Mediasteak-Gründerinnen Anne Krüger und Laura Pohl im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Christian Eichler.

DancerDie Dokumentation ist ganz ohne Budget entstanden. Das ist auch traurig, weil es ist ja schon ein sehr wichtiger Film geworden. Er zeigt uns Menschen, die sonst in Vergessenheit geraten.Laura Pohl und Anne Krügerdurchforsten für Mediasteak die Mediatheken nach dem Besten was das Netz zu bieten hat. 

Redaktion: Laura Almanza


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