Menu Next Door | Soziale Plattform und Restaurant zugleich

Mittagessen gesucht, Nachbar gefunden

23.05.2017

Kochmuffel aufgehorcht: Das belgische Start-up "Menu Next Door" hilft Hobbyköchen, ihre Gerichte zum fairen Preis zu verkaufen. Abholen muss man sich das Menü aber beim Koch selbst.

Menu Next Door: Sozial und gleichzeitig zeitsparend

Sich ein Mittagessen mit dem Smartphone liefern zu lassen, ist mittlerweile dank Lieferando und takeaway.com nichts Außergewöhnliches mehr. Wer jedoch den Koch seines Menüs kennenlernen möchte, der sollte „Menu Next Door“ ausprobieren.

Im Mai 2015 gründete der Belgier Nicolas Van Rymenant das Unternehmen in Brüssel. Er wollte Hobbyköchen die Möglichkeit geben, ihre Gerichte mithilfe des Internets an der eigenen Haustür zu verkaufen und dabei neue Kontakte zu knüpfen. Die Idee kam ihm während eines Familienbesuches in den USA, als eine Verwandte an Thanksgiving Festtagsmenüs an Nachbarn verkaufte.

Auf der einen Seite kochen die Leute zunehmend weniger und haben immer weniger Zeit, auf der anderen Seite wollen sie dennoch diese soziale Komponente, die sie einander näher bringt. – Nicolas Van Rymenant

Erfolg und Konkurrenz

Wer seine Menüs über Menu Next Door anbieten möchte, muss sich als Koch auf der Plattform anmelden und seine Menüs im Vorhinein beschreiben. Damit das Angebot attraktiv für die Nutzer bleibt, sind die Gerichte nicht teurer als 13 Euros. Die Plattform möchte das Prinzip der kollaborativen Ökonomie nutzen. So wird sie damit jedoch auch zur Konkurrenz für kleinere Restaurants und wirft einige rechtliche Fragen auf.

Doch Menu Next Door hatte einen überraschend großen Erfolg in Brüssel. Das Startup konnte so schon ein Jahr nach seiner Gründung eine Summe von 1,75 Millionen Euro über Investoren generieren. Nun haben sich sogar Plattformen in London und Paris gegründet.

Ob sich die Ableger auch etabliert haben und was Hobbyköche antreibt mitzumachen, hat detektor.fm-Reporterin Klara Fröhlich herausgefunden.