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Foto: Mister_Knight / Shutterstock
Bild: Mister_Knight | Shutterstock

Monopol-Podcast | Art Basel Katar

Gekauftes Gewissen

In der vergangenen Woche hat das erste Mal die Art Basel in Katar stattgefunden, nach Ablegern in Miami Beach, Hongkong, Paris und dem Original in Basel. Welche Strategie verfolgt die Kunstmesse und was hat Katar davon?

Die Arabische Halbinsel als neues Kunstzentrum

Unter dem Motto „Becoming“ hat die Art Basel zwischen dem 5. und 7. Februar in Katar stattgefunden. Der Titel ist Programm und lässt sich auf die gesamte Region übertragen, denn die Art Basel bildet den Auftakt einer ganzen Reihe großer Kunstevents in diesem Jahr. Im April folgt die bereits etablierte Art Dubai und im November die ebenfalls neue Frieze Abu Dhabi, ein Ableger der Frieze London.

Aber während sich beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate bekannte Museumskonzerne wie das Guggenheim, den Louvre und das Centre Pompidou ins Land holen, fährt die katarische Herrscherfamilie einen anderen Kurs. Unter der Leitung der Scheicha al-Mayassa, der Schwester des Emirs von Doha, wurden in den vergangen Jahrzehnten neue Museumsbauten in Auftrag gegeben, entworfen von renommierten Stararchitekten wie I.M.Pei und Jean Nouvel. Experten schätzen, dass Scheicha al-Mayassa mit einem jährlichen Etat von bis zu einer Milliarde US-Dollar die landeseigene Kulturpolitik steuert.

„Es ist ein Verdrängungswettbewerb“, sagt Stefan Kobel. Der Kunstmarktjournalist war in Katar und hat sich die Messe angeschaut. „Man kann als Westler, der aus der spärlich finanzierten Kunstszene kommt, nur staunend daneben stehen und gespannt sein, wer das Rennen macht.“ Denn: Es gehe auch um die Kunst, aber vielmehr noch gehe es hier ums Geld.

Der Messe-Schweiz-AG ging es sehr schlecht. Deswegen wurde die Mehrheit an einen privaten Investor gegeben.

Stefan Kobel, Kunstmarktjournalist

Stefan Kobel, Kunstmarktjournalist Foto: Sabrina Weniger

Kunst als Mittel zum Zweck

Die reichen Ölstaaten auf der Arabischen Halbinsel investieren schon seit Jahren viel Geld in Kultur, Sport und Tourismus, für die Zeit nach dem Öl. Kritikerinnen und Kritiker werfen Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien vor, die Kunst als Soft Power zu verwenden, um über Menschenrechtsverletzung hinwegzutäuschen.

Diesmal blieben die großen Proteste aus. Als Katar 2022 die Fußballweltmeisterschaft austrug, gab es bereits im Vorfeld heftige Debatten um einen möglichen Boykott und die Initiative der „One Love“-Armbinde, die aber von der FIFA unterbunden wurde. Es gibt zahlreiche Vorwürfe, dass in dem autokratischen Regime die Rechte von Frauen, Mädchen und queeren Menschen eingeschränkt werden. Was sagt die Art Basel zu diesen Vorwürfen?

Da herrscht weitgehend dröhnendes Schweigen.

Stefan Kobel

In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, spricht detektor.fm-Moderatorin Sara-Marie Plekat mit Stefan Kobel. Der Kunstmarktjournalist war anlässlich der Art Basel in Katar und hat von dort berichtet. Die Messe fand vom 5. bis 7. Februar statt, das Gespräch wurde kurz nach der Eröffnung am 4.Februar 2026 aufgezeichnet.

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