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Foto: Nejron Photo / Shutterstock
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Monopol-Podcast | Männlichkeit in der Kunst

„Der Dandy ist eine riskante Figur“

Elegant, weltgewandt, gut gekleidet und immer mit einem zynischen Spruch auf den Lippen — Dandys. Welches gesellschaftliche und politische Potenzial haben sie und wie hat sich die Figur im Laufe der Zeit verändert?

Ein Vakuum mit perfekter Hülle

Als Urvater des Dandys gilt der Brite Beau Brummel, er lebte während des Übergangs des 18. zum 19. Jahrhundert. „Er kam eigentlich aus dem Bürgertum und wollte aber mehr sein. Er wollte an den englischen Hof“, erzählt Sebastian Frenzel vom Monopol-Magazin im Podcast. Das habe er geschafft, indem er die Manieren des Adels adaptierte, etwa durch extravagante Kleidung und Umgangsformen. Grundsätzlich, könne man sagen, werde der Dandy von außen definiert.

Der Dandy kultiviert seinen Auftritt, seine Sprache, seine Kleidung und schafft sich damit so eine Art Hülle.

Sebastian Frenzel, stellvertretender Chefredakteur des Monopol-Magazins

Sebastian Frenzel, stellvertretender Chefredakteur des Monopol-MagazinsFoto: Monopol

Der Dandy ist ein Meister der Verstellung. „Er verbirgt seine Persönlichkeit, er verbirgt seine wahre Armut. Er verbirgt manchmal auch seine sexuellen Interessen“, erzählt Sebastian Frenzel, „er gibt sich eigentlich wie eine leere Hülle, als sei er ein vollkommenes Vakuum und hat nur das perfekte Äußere“.

Der Dandy in der Kunst

Während Oscar Wilde im 19. Jahrhundert zum schreibenden Dandy stilisiert wurde, wird der Künstler Marcel Duchamp zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Künstlerdandy erhoben — wegen seiner künstlerischen Haltung und Lebensweise. Beispielhaft dafür sind seine Readymades, die nicht das Werk, sondern die geistige Haltung zum Kunstwerk erheben. Außerdem beschreibt Sebastian Frenzel Duchamps Spiel mit Identitäten als sehr zeitgenössisch. So schlüpfte Marcel Duchamp im Laufe seines Lebens mal in eine männliche, mal in eine weibliche Rolle und mal bestand sein Name nur aus wenigen Buchstaben.

Der Idee des Künstlerdandys folgte in den 1970er Jahren Andy Warhol, der davon sprach, gerne eine Maschine sein zu wollen. Als weibliche Dandys zählen zudem die US-amerikanische Künstlerin Elaine Sturtevant und die deutsche Konzeptkünstlerin Hanne Darboven.

Der Dandy ist ein Gegenpol, aber er selber würde sich nie politisch äußern oder sich selber als politische Figur verstehen.

Sebastian Frenzel

Über die Figur des Dandys im Wandel der Zeit und welches gesellschaftliche und politische Potential sie hat, darüber spricht in dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, detektor.fm-Moderatorin Aileen Wrozyna mit Sebastian Frenzel, dem stellvertretenden Chefredakteur des Monopol-Magazins. Diese Folge ist die zweite zum Titelthema „Männlichkeit“ von Monopol.

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