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Mord, Mafia und Meth – Der Antiheld als moderner TV-Serien-Star

Der Held als lupenreiner Moralist hat offenbar ausgedient. Gerade in den vergangenen Jahren standen bei Serien wie „Breaking Bad“, „Dexter“ oder auch „Die Sopranos“ Protagonisten im Mittelpunkt, die sich zwischen Gesetzen und moralischen Grenzen bewegen.

Denkt man an Protagonisten von Fernsehserien, dann fallen einem meist strahlende Helden wie „MacGyver“ oder Michael Knight aus „Knight Rider“ ein. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Bild der beliebten Serien-Figuren gewandelt: Vom Helden zum Antihelden.

Rainer Winter - forscht zur Kultur von Fernsehserien. (Foto:© Rainer Winter)

forscht zur Kultur von Fernsehserien. (Foto:© Rainer Winter)
Rainer Winter

Der Antiheld als Identifikationsfigur

Walter White aus „Breaking Bad„, Tony Soprano aus „Die Sopranos“ oder auch der Serien-Killer Dexter Morgan aus „Dexter„. Zwielichtige Personen, die durch moralisch fragwürdige Methoden zu ihrem Ziel kommen wollen, haben im Fernsehen Hochkonjunktur.

Die Zuschauer lieben das Böse

Den Serienmachern wird dies von Publikum und Kritikern gleichermaßen honoriert. Doch woher kommt die Faszination für das Böse in TV-Serien?

Darüber haben wir mit Rainer Winter gesprochen. Er ist Professor am Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt und beschäftigt sich mit der Kultur von Fernsehserien.

Bei den Figuren ist überraschend, dass wir als Zuschauer uns im Laufe der Zeit mit ihnen identifizieren. – Rainer Winter