N99 | Alexa Hennig von Lange über Eltern, Kinder und Biene-Maja-Eis

"Eine Art Kniefall vor den Eltern"

11.10.2018

Alexa Henning von Lange gilt als Mitbegründerin der Pop-Literatur, ist Radiomoderatorin und außerdem fünffache Mutter. Auf der Buchmesse stellt sie ihren Roman "Kampfsterne" vor.

Alexa Hennig von Lange - Kampfsterne

Kampfsterne

Alexa Hennig von Lange

(DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG, bereits erschienen)

Alexa Hennig von Lange, Autorin und Mutter

Familie oder Karriere? Noch immer heißt es, als Frau müsse man sich entscheiden. Alexa Hennig von Lange entscheidet sich nicht. Bereits mit acht Jahren fängt sie an, Texte zu schreiben. Mit 13 folgt dann der erste Wettbewerbssieg. Heute gilt Alexa Hennig von Lange neben Benjamin von Stuckrad-Barre und Christian Kracht als Mitbegründerin der deutschen Popliteratur. Außerdem ist sie fünffache Mutter. Durch das Schreiben, sagt sie, verstehe sie auch immer mehr die Schwierigkeiten zwischen Eltern und Kind.

Meine große Tochter, die 19 Jahre alt ist […] hat einfach gesagt: ‚Mama, das schlimmste für mich im Leben war in meiner Kindheit, als du mir das Biene-Maja-Eis verboten hast.‘ Und da dachte ich, ich muss doch nicht so eine Angst haben. Aber das Biene-Maja-Eis steht gleichzeitig für das, was wir sowieso nicht verhindern können. – Alexa Hennig von Lange

„Kampfsterne“ – worum geht’s?

1985 – Es ist ein verrückter, heißer Sommer, in dem Boris Becker Wimbledon gewinnt, vier Passagierflugzeuge innerhalb eines Monats abstürzen, alle großen Rockstars bei Life Aid für das hungernde Afrika singen und in einer Siedlung am Rand der Stadt drei Familien zu zerbrechen drohen.

Ulla und Rainer. Rita und Georg. Ella und Bernhard. Drei Paare. Mütter und Väter. Sie wohnen in dänischem Design, fahren nach Südfrankreich in den Urlaub, schicken ihre Kinder zum Cello-Unterricht und zum Intelligenztest. Sie versuchen, sich als aufgeklärte und interessierte Menschen zu beweisen, die das richtige Leben führen. Wo wäre das leichter als in den sorgenfreien Achtziger Jahren der Bundesrepublik? Und warum funktioniert es trotzdem nicht?

Alexa Hennig von Lange erzählt die Geschichte einer Generation von Eltern, die ein freieres Miteinander wollten. Der Ideologien, denen sie folgten. Der Liebe, die sie verband. Der Ängste, die sie hatten. Der Kindheit, die sie sich für ihre Söhne und Töchter wünschten. Der Fehler, die sie machten. Der Entschlüsse, die ihre Kinder deshalb fassten. Gibt es einen Ort, an dem man größer scheitern kann als in den Erinnerungen seiner Kinder? – Dumont

Auf der Frankfurter Buchmesse haben Claudius Niessen und Christian Bollert mit Alexa Hennig von Lange gesprochen, über ihren neuen Roman „Kampfsterne“ und darüber was es heißt, Autorin und Mutter zu sein.


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