N99 | Julia von Lucadou über Selbstoptimierung und die Angst zu versagen

Hauptsache funktionieren?

12.10.2018

Julia von Lucadous Protagonistin steigt einfach aus, sie will nicht mehr. Aber was zählt man in einer digitalen Gesellschaft noch, wenn man selbst offline ist?

Julia von Lucadou - Die Hochhausspringerin

Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou

(Hanser Berlin, bereits erschienen)

Julia von Lucadou, die Analytische

Julia von Lucadou hat schon viel ausprobiert. Studiert hat sie Filmwissenschaften in Heidelberg und sie hat schließlich in diesem Fach auch promoviert. So ganz festlegen wollte sie sich aber nicht. Regieassistentin gehört genauso in ihren Lebenslauf wie eine Etappe als Simulationspatientin. Und auch beim Wohnort ist von Lucadou flexibel. Derzeit pendelt sie zwischen New York, Biel und Köln. In ihrem Debütroman „Die Hochhausspringerin“ treibt sie unsere digitale Welt auf die Spitze – und zeigt auf, dass wir von dieser Dystopie gar nicht so weit entfernt sind.

Selbst die Dinge, die wir noch als Orte der Ruhe und des Rückzugs wahrnehmen, da hatte ich auch schon früh den Eindruck, die dienen der Leistungsideologie. Zum Beispiel diese Meditations- und Achtsamkeitsübungen, die auch nur noch dem Unternehmen dienen. – Julia von Lucadou

„Die Hochhausspringerin“ – worum geht’s?

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert? „Die Hochhausspringerin“ führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft. – Hanser

detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop hat sich mit Julia von Lucadou über ihren Roman und den Leistungsdruck in der digitalen Gesellschaft unterhalten.


Alle Folgen „N99“ nachhören oder den Podcast zur Frankfurter Buchmesse direkt abonnieren. Natürlich auch bei Apple PodcastsDeezerGoogle Podcasts oder Spotify.