Neuer Feminismus: Nackt gegen sexuellen Missbrauch

12.06.2012

Junge Frauen ziehen sich aus, um gegen sexuellen Missbrauch zu demonstrieren. Sie wollen den Blick von Männern auf Frauen und deren Körper verändern. Sind das die Zeichen einer neuen feministischen Bewegung?

Viel Haut auf dem “Slutwalk” in Berlin 2011. Foto: © Tim Schulz/dapd

ist Redakteurin beim feministischen Magazin EMMA.Chantal Louisist Redakteurin beim feministischen Magazin EMMA. 

Junge ukrainische Frauen demonstrieren vor dem Kreml, auf der Reeperbahn und zur EM-Eröffnung. Dabei sind sie beinahe nackt. Sie zeigen Haut, um auf  Prostitution und Frauenhandel hinzuweisen. Sie begehren auf gegen ein Gesellschaftsbild, in dem die Frau als sexuelle Ware gesehen wird. Dabei sind sie laut und provokant.

Auch in Deutschland gehen Frauen wieder auf die Straße

Auch in Berlin haben sich im vergangenen Sommer Tausende getroffen, um unter dem Slogan „Slutwalk“ für die sexuelle Selbstbestimmung und gegen Vergewaltigungen zu demonstrieren. Auch sie zeigten sich betont freizügig. Als „Schlampen“ (deutsch für „slut“) sehen sie sich allerdings nicht. Der Begriff ist bewusst provokant gewählt, um Männern ihre Reduzierung der Frau auf den weiblichen Körper deutlich zu machen.

Sind diese jungen Frauen die Avantgarde einer neuen Frauenbewegung, wie sie einst mit den 68ern ihren Höhepunkt gefunden hatte? Darüber haben wir mit der EMMA-Redakteurin Chantal Louis gesprochen.