“Noch haben die Dumpfbacken das Sagen” – über Homophobie im Fußballstadion

12.07.2010

Seit Jahren schon ein Tabuthema: Schwule Fußballer. Ein Fanforscher und Soziologe erforscht das Tabu seit dreißig Jahren - und bleibt pessimistisch.

Ein Transparent mit der Aufschrift “Fussball ist alles ... auch schwul!” hängt 2009 im Bruchwegstadion in Mainz - dort bemüht sich der der schwul-lesbische Fanclub “Meenzelmaenner” um mehr Toleranz. / Mario Vedder (ddp)

Noch immer gibt es im beliebtesten Sport der Welt zwei Tabuthemen: Doping und Homosexualität. Beides gilt als unvorstellbar und wird von den Beteiligten immer wieder kategorisch ausgeschlossen. Dabei ist der Fußball natürlich kein abgeschlossener Mikrokosmos, in dem beispielsweise Schwule und Lesben keine Rolle spielen würden. Der ehemalige Zweitliga-Spieler Marcus Urban ist bisher der einzige Profi-Fußballer, der sich geoutet hat. Doch warum ist es noch immer ein Tabu für Fußballer, sich offen zu ihrer Sexualität zu bekennen? Das fragen wir Dieter Bott, er ist Fußball-Fanforscher, damit Experte für die Menschen, die immer wieder zitiert werden, wenn es um die Gründe für das Tabu geht und war bei detektor.fm im Interview.

Dieter Bott: „Das gesamte Fußballmilieu liegt in den Händen von Wurstfabrikanten.“